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WOOF - Wölfe die heulen, beissen auch...


News Redaktion
WOOF - Wölfe die heulen, beissen auch...



21h, londoner Zeit, im derzeit angesagtesten Rock Club Koko, im noch immer angesagten Viertel Camden. Durch die Nacht mit der derzeit angesagtesten australischen Band: Wolfmother."Immer hübsch in der Reihe bleiben und warten!", Ansage des schwergewichtigen, finster dreinschauenden Türstehers.



Junge Artic Monkey Fans, ältere Black Sabbath Fans und weibliche "Ich-steh-auf-Rockmusiker"-Fans drängen sich vor die Bühne und quetschen, pressen sich auf die einzelnen Emporen im ehemaligen prunkig punkigen Theater. Das Koko ist zum bersten voll - komplett ausverkauft. Die Luft ist erstaunlich gut, fast niemand raucht. In England sind Kippen teuer - zu teuer um sich noch einige Pints Bier und das Band-Shirt zu kaufen.

Die Vorgruppe namens Die!Die!Die!, eine langweilige White-Stripes-Gedächtnis-Band fördert zumindest den Absatz an der Getränke-Theke. Paul oder wahlweise Steve, sturzbetrunken, Schlaeger-Visage, hat seinen gesamten Sprachschatz versoffen und leider auch seine Geduld. Lallend pöbelt er die jungen Sound-Mixer an, wann denn endlich "Woofmoszerrr" spielen. Sonst gibt's auf's Maul. Die Spannung steigt - jedoch nicht mehr für PaulSteveOderso. Der Ordner von vorhin hat seine Arbeit getan.

Es geht los. Wolfmother entern die Bühne und prügeln in grandioser Manier, mit der Power eines Güterzugs, "Dimension" in die Menge. Die Präsenz vom stimmgewaltigen Sänger/Gitarrist Andrew Stockdale ist enorm: schüttelnder Afro, tailliertes Hemd, hautenge Jeans und spitze 60s Cavern-Boots, dazu die Gitarre - wie eine Waffe. Die Girls in den ersten Reihen flippen komplett aus. Zwischendurch gib es obendrein einige Riots - ein Ordner prügelt einem divenden Fan das Gesicht zu Brei, was bei Publikum und Band für Unmut sorgt. Der hooliganoide Beelzebub wird recht flott ausgetauscht.
Weitere Hymnen vom aktuellen Album, wie das tragende "White Unicorn", das stampfende "Woman" und das von Breaks durchsetzte "Appletree" treiben den Schweiss aus den Poren und beissen im Gesicht. Die Theke ist komplett leer, das Gedränge gross. Jeder will vor dem Finale seinen derzeitigen Sichtplatz verbessern. Den wuchtigen Abschluss bildet "Mind's Eye" bei dem Wolfmother noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Glücklich und zerstört wanken die letzten Zuschauer aus dem Club. Ein fantastischer Abend. Wolfmother sind derzeit eine der wenigen Bands, die mit viel Biss alles und jeden an die Wand, durch die Wand und zurück spielen können. Man heult vor Freude und möchte Teil einer Wolfmotherbewegung sein.



Redakteur: News Redaktion

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