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KUBB - Zwischen Liverpool und Tobago
Harry Collier. Ein unscheinbarer Name, aber was für eine Geschichte. Am Mersey geboren, schon mit 4 in die karibische Heimat der Mutter, nach Tobago, wo er die Musik für sich entdeckte. Flöte, Klarinette, klassische Gitarre.
Mit 17 rief ihn England zurück, zunächst nach Cornwall, dann nach London, wo in Drummer Dom Greensmith (ex-Reef), NME-Fund John Tilley als Keyboarder und dem Gitarristen Adj Buffoni bald Mitstreiter für Kubb gefunden waren, um Songs eine Form zu geben, die auch Unangenehmstes nicht aussparen. In „Chemical“ etwa Colliers exzessiven Drogenkonsum, der sich in den letzten fünf Jahren schon mal auf „zuviel Koks, zu viele Pillen und 20 Joints am Tag“ summierte. In Youth (U2, The Verve) fanden Kubb einen ebenso renommierten wie verständigen Produzenten. Man darf beim Hören von „Mother“ ein bisschen an Jeff Buckley denken, ein bisschen an Muse und vielleicht auch an bisschen an die frühen Radiohead. Bis man aufhört zu denken – zumindest in Vergleichen – und sich ganz dem Zauber dieses Harry Collier hingibt, der da so gekonnt auf dem Drahtseil tanzt, gespannt zwischen der Karibik und dem Land seines Vaters (aus Ealing, West-London). Das Ergebnis sind so bittere wie wunderschöne Songs wie „Somebody Else“ und „Bitch“, aber auch das vom Klavier dominierte „Wicked Soul“, das hemmungslosen Sex thematisiert.
Und was hat es mit dem Titel auf sich? „Wir alle lieben unsere Mütter“, sagt Harry Collier, „aber was wir nicht genügend respektieren, ist das eigentlich Weibliche. Außerdem ist "Mother" ein wunderschönes Wort. Die Erde ist unsere Mutter, wir alle bestehen letztlich nur aus Dreck. Sie hat uns hervorgebracht. Viele Leute, die ich kenne, sind genau so emotional, wie ihre Beziehung zu ihrer Mutter es ist. Eine Tatsache, die es wirklich zu einem sehr wichtigen Wort werden lässt. Mir bedeutet dieses Wort sehr viel; allen bedeutet dieses Wort viel.“ Zumal wenn die richtige Musik dazukommt, wie bei Kubb.
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