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KAIN "Irgendwann"
"In jedem Menschen steckt ein bisschen Kain, die meisten gestehen sich ihre dunklen Seiten bloß nicht ein", - so der Tenor der gleichnamigen Band aus Berlin. "Das Böse interessiert einfach mehr, man nimmt es viel klarer auf.
Unser Name soll insofern aussagen, dass sich viele Menschen gerne nur als unschuldigen Abel darstellen, der innere Kain bei einem Großteil der Gesellschaft aber doch auch sehr präsent ist."
Die Band Kain jedoch, bestehend aus Lino (Gesang, Gitarre), Nico (Gitarre, Gesang), Holger (Bass) und Schlagzeuger Paul, offenbart sich nur allzu gern. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, verstecken sich nicht, wollen unbedingt ein ehrliches, ein ganzheitliches Bild von sich präsentieren und weder den inneren Abel, noch ihren Schweinehund Kain unterdrücken. So verwundert es kaum, dass sie in ihren überbordend-melodiösen Songtexturen stets sowohl harmonisch-introspektive Popanflüge, als auch deftigste Rock-Hooks in Aufbruchstimmung vereinen. Laut eigener Aussage wollen Kain schlichtweg, dass derjenige Spaßfaktor, den sie ihrer Musik selbst seit Jahren abgewinnen können, auch auf andere Menschen überschwappt und die Runde macht.
Ihr Debutalbum LEBEN IM SCHRANK, das demnächst erscheinen wird, ist ein klanglicher Rundumschlag, der schon jetzt nach dem ultimativen Soundtrack des anstehenden Sommers klingt. Ihre bisweilen explizite, unbedingt deutschsprachige Mischung aus deftigem Rock'n'roll und unfassbar melodiösen "Tagebuch"-Strophen stellt im Handumdrehen klar, dass es sich bei ihrem selbst auferlegten Schrankdasein nicht um puristisches Scheuklappen-Tragen handelt, sondern um eine Art kreativen Think-Tank: "Es geht darum, dass man sich im Schrank einschließt und von dort die ganze Welt steuern kann. Denn da kann man sich alles vorstellen, da ist es dunkel und man hat genug Platz - Platz für Gedanken, für Wünsche. Wenn man will, kann man alles machen. Dann ist der Krieg vorbei."
In vier Monaten intensiver Arbeit mit der Berliner Produzentengröße Oliver Pinelli (u.a. Wolfsheim), der die Jungs im Übrigen liebevoll (und treffend!) als "Real-Berliner" bezeichnet (à la "ist schon siebzehn Uhr, lass mal Bier trinken"), haben Kain laut eigener Aussage massig "neue Türen geöffnet", jede Menge dazugelernt und sind schließlich nicht einmal davor zurückgeschreckt, einen ihrer ersten Songs ("Irgendwann", aus den späten Neunzigern!) abzustauben und ihn in die erste Single zu verwandeln.
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