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STEELY DAN - "The Definitive Collection"
Sie sind die Väter aller Studio-Frickler. Mit dem Rock´n´Roll-Betrieb standen Donald Fagen und Walter Becker auf Kriegsfuß. Ende der Sechziger, als noch niemand an nerdige Laptop-Produzenten im heimischen Schlafzimmer dachte, verkörperten sie bereits die Prototypen der späteren digitalen Studio-Frickler.
Als Songwriter Gary Katz 1971 ein Engagement in Hollywood annahm, folgten ihm Fagen und Becker von New York nach Los Angeles. Eine Stadt, die sie bald darauf „Planet Stupid“ nennen sollten. Am falschen Ort zwischen allen stilistischen Stühlen zu sitzen, schien keine schlechte Voraussetzung für ihr 1972er Album-Debut „Can´t Buy A Thrill“. Die Beiden verknüpften schrulligen (Anti-L.A.-)Humor und kryptische Lyrics mit ausgefeilten Harmonien sowie einer entspannten wie komplexen Rhythmik. Spätestens nach ihrem legendären 1974er-Album „Pretzel Logic“ waren Steely Dan dann eine Klasse für sich.
Die 16 Songs der „Definitive Collection“ schlagen eine Brücke von den Seventies-Anfängen bis zu ihrem Spätwerk aus dem Jahre 2003 („Things I miss the most“). Verständlicherweise bedeutet der kompakte Überblick gerade für eine „Album-Band“ wie Steely Dan eine strenge Auswahl, die zudem die Balance zwischen den „Hits“ und den „Radio-Klassikern“ halten muss. Auf diese Weise lässt sich recht anschaulich die evolutionäre Entwicklung verfolgen, die Steely Dan über drei Jahrzehnte auch über diverse Pausen hinweg genommen hat. Von „Reelin in the Years“ zu „Babylon Sisters“ (das es übrigens nie in die Hitlisten geschafft hat), von „Rikki don´t Lose That Number“ bis „Cousin Dupree“. Grobe Brüche oder stilistische Ausreißer waren bei ihren ausgefeilten Studio-Kunstwerken nie gefragt. Das Vermächtnis der bekennenden Tourneen-Hasser, die sich bereits im Juli 1974 von den Live-Bühnen verabschiedet hatten, liegt ohnehin im wohltemperierten Arrangement und nicht in der heraus gerotzten Provokation oder gar im schrillen Effekt. Steely Dan sind die Meister der feinen Zwischentöne. Verbunden mit einer Coolness, die man offenbar als New Yorker an der Westcoast braucht, um den dort gepflegten Lebensstil ertragen zu können.
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