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EMILIE SIMON - "Végétal"
Die französische Klangkünstlerin Emilie Simon hat mit "Végétal" wieder ein berückend-schönes Album voller düsterer Electro-Chansons vorgelegt, das nicht nur Traumdeuter lieben können. "Végétal" hat Emilie Simon wieder komplett im Alleingang geschrieben, arrangiert, produziert und aufgenommen, wie schon zuvor ihr selbst betiteltes Debüt von 2003 und - freilich als Auftragsarbeit - den Soundtrack zum Doku-Überraschungserfolg "La Marche De L'Empereur" (dt.
"Die Reise der Pinguine"), jenen spröden, kristallklaren und kalten Elektronica-Klang, der so perfekt die unendliche Arktisweite hörbar machte. "Végétal" hingegen ist eine Reise durch die Nacht, ein tiefer Blick in ihre dunklen Augen, voller Wirrungen, Windungen und Gewusel wie ihre langen, dunklen Haare.
Fälschlicherweise wird sie immer in die TripHop-Ecke gerückt, aber ihr Sound ist strukturell meilenweit entfernt von den Zeitlupen-Downbeats von Portishead, Morcheeba und Co. Im Grunde genommen spielt sie die Tom Waits-Variante von TripHop, angehäuft mit allerlei Gerümpel, Blech und Unrat. Auf "Végétal" singt, pardon: haucht "die Simon" sowohl in sinnlichem französisch, als auch in weltbürgerlichem Englisch. Beides funktioniert, ersteres als Chanson-artiges, Orchester unterstütztes Kopfkino im 16:9-Format: Ein dunkler Nachthimmel voller Geigen, eine überbordende Fantasiewelt ohne Grenzen, wie sie vielleicht auch Björk erschaffen kann. Auch so eine Referenz, mit der Emilie Simon zuweilen konfrontiert wird. Wahrscheinlich legt sie dann den Kopf schräg, vielleicht wird sie das Gesagte als Kompliment auffassen, in ihren Haaren spielen und ihre dunklen Augen würden nur dem Eingeweihten verraten, ob er damit Recht behält.
Emilie Simon steht im Rahmen ihrer Deutschlandtour für Interviews zur Verfügung.
Emilie Simon Live: 30.10. Bremen - Schwankhalle 31.10. Berlin - Roter Salon (zusammen mit Lagardčre & Lemercier) 02.11. Köln - Kulturkirche (zusammen mit NoJazz) 03.11. München - Monofaktur
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