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Stiefkind Schulsport
Sportwissenschaftler verlangt mehr und qualifizierteren Sportunterricht „In der Grundschule sollte täglich Bewegung – in welcher Form auch immer – auf dem Stundenplan stehen.“ Das fordert der Sportwissenschaftler Professor Wolf-Dietrich Brettschneider von der Universität Paderborn im Interview mit der Apotheken Umschau.
Drei Stunden Schulsport pro Woche seien ein „Minimum“. Dieser Unterricht kann wesentlich mehr leisten, als Bewegungstalente zu entdecken und zu fördern. Brettschneider: „Sport kann die Kooperation und den Zusammenhalt in der Klasse fördern und viel zur Integration benachteiligter Kinder beitragen.“ Gerade dort, wo Schulsport besonders wichtig wäre, beginnen die Defizite schon bei den Lehrern. An Hauptschulen hat rund ein Drittel der Sportlehrer gar keine Sportausbildung, an Grundschulen die Hälfte. In den unteren Klassen aber entscheidet sich bereits, ob Kinder Sport ihr Leben lang als Gräuel oder Spaß empfinden. Brettschneider kritisiert aber auch die Elternhäuser. Immer weniger Kinder etwa könnten im vierten Schuljahr schwimmen. „Kindern dies beizubringen ist aber Aufgabe der Eltern und nicht der Schulen“, sagt er.
Quelle: Apotheken Umschau 12/2006 B
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