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Depressionen: Vorsicht vor Therapie nach Gefühl
Behandlung nach strengem Stufenplan weit überlegen Depressive Menschen sollten selbst von erfahrenen Therapeuten besser streng nach Plan statt nach individuellen Ermessen behandelt werden. Dies empfiehlt nach einem Bericht des Wissenschaftsmagazins „medizin report“ ein Forscherteam der psychiatrischen Klinik der Freien Universität Berlin.
Die Wissenschaftler haben dazu einen ausführlichen Entscheidungsbaum entwickelt. Ihr strenger Stufenplan verlangt im 14-tägigen Rhythmus eine Erfolgskontrolle und schreibt dann vor, wie die Behandlung fortgesetzt wird. Das Prinzip ist einfach: Führte die erste Stufe nicht zum Erfolg, wird die zweite Stufe beschritten usw. Im Rahmen einer Studie verglich die Arbeitsgruppe um Dr. Adli und Dr. Bauer die Behandlung nach Stufenplan mit der üblichen Therapie nach individuellem ärztlichen Ermessen. Ergebnis: Planmäßig therapierte Patienten wurden im Schnitt 18 Tage kürzer behandelt, durften das Krankenhaus zehn Tage früher verlassen, benötigten weniger Medikamente und auch seltener einen Therapiewechsel. Ihre Wahrscheinlichkeit zu genesen, war doppelt so hoch wie in der Vergleichsgruppe.
Quelle: Wissenschaftsmagazin „medizin report“ 4/2001 Herausgeber: Münchner Universitätskliniken und Forschungsinstitute Wort & Bild Verlag, Baierbrunn
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