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KID ALEX "Restless"


News Redaktion
KID ALEX "Restless"



Das verfluchte zweite Album. Nicht für Kid Alex. Es scheint, als müssten gar keine Blockaden eingerissen werden, weil sie gar nicht existent sind. Nichts zu hören von „Wir müssen alles noch besser machen als bei der ersten Platte, aber klappt sowieso nicht“ – Ängsten.



Mit einer flammenden Unbekümmertheit ist „Restless“ ein Album zweier Typen, die noch viel vorhaben. Die Stücke kämpfen sich aufgeregt durch die schlaflosen Nächte, in denen es um alles oder nichts geht, wissen aber um das innige Gefühl, das in ihnen steckt. Zwischen Soft Cell-Romantik und New Order-Dringlichkeit schreien die Songs erst: Disko!, dann: Pop!, um am Ende doch als eigentlicher Gewinner dazustehen.
Schon der Titel des ersten Stückes gibt die Richtung vor: „JA!“. JA zur Musik, JA zur Liebe. Oder anders: Es kann nichts schief gehen, wenn man nur bereit ist, sich darauf einzulassen. Das zweite Stück zitiert die Weeping Willows und lässt einen flüchtigen Blick hinter das schillernde Glück zu: „Everytime I Touch Myself, I Wish It´s You“. Alex singt wie der junge Marc Almond, der nach einer harten Rotwein-Nacht durch die mittlerweile verlassenen Gassen Barcelonas allein ins Hotel schleicht.
„All Or Nothing“ erzählt von den genannten Nächten, lädt ein zum Exzess, verschwende dich, gib alles, es könnte die eine große Nacht werden. Aber immer schimmert eine Form von Schwermut mit, die eine meist unbestimmte Sehnsucht offenbart. In „Open Your Eyes“ schlägt die Gitarre sich in einen hypnotischen Wahn, während jedes gesungene Oh und Ah mehr zu sagen hat als ganze Platten manch anderer. Die erste Single „Young & Beautiful“, positioniert sich zwischen Dancefloor und Theke, der seidenen Gangway des Glücks, auf der es so schöne Geschichten zu erleben gibt. Kid Alex lassen sich aber auf keinen einseitig begehbaren Weg ein, man hört, dass sie genauso gerne zu Rockmusik tanzen wie zur Bassdrum trinken. Auf „My Conversation“ knistert die Gitarre, während der Bass nur so da hin bratzt; auf dem vielleicht eindeutigsten Disco-Stück, „How Near, How Far“, singt Gastsänger Thomas Kastning (sonst Sänger der Berliner Indierockband Kate Mosh) die Disco in Grund und Boden. Am Ende bleibt eine wirklich tolle Platte, die so viel mehr als ein kurzes Zucken ist.



Redakteur: News Redaktion

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