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Der Gratis-Tag – Der Versuch einen Tag kostenlos zu leben

Was wäre wenn… man einfach für nichts zahlen muß, was man einen ganzen Tag lang macht? Dieser Frage sind wir nachgegangen. Wir wollten wissen, ob es möglich ist, einen ganzen Tag lang leben kann ohne Geld auszugeben.

Gratis leben – ein Traum? Champagner und Kaviar darf man nicht erwarten, wenn man für “umme” leben will. Aber verhungern oder verdursten muß man mit Sicherheit auch nicht. Dabei zeigen wir Ihnen, daß man noch nicht einmal zu Fuß gehen muß, wenn man ein Schnorrer ist.

Begleitet uns einen Tag lang auf unserem Sparfeldzug!

Uhr & Shampoo gratis

10.30 Uhr: Guten Morgen

Wer gratis lebt, kann auch ruhig ein wenig länger schlafen. Um 9.30 Uhr weckt uns der Wecker der Armbanduhr, die wir kostenlos im Internet erstanden haben. Diese gibt es zum Beispiel als Prämie für die Teilnahme an einer Onlineumfrage. (Internetquellen am Ende des Artikels) Die Optik dieser Uhr paßt zwar nicht zur guten Kleidung und zum Auftreten, das wir für unseren Schnorrerfeldzug brauchen (legere Kleidung verschlechtert die Chancen deutlich!), aber zum Wecken reicht sie allemal.


10.40 Uhr: Auch ohne Schuppen gut geduscht

Eigentlich haben wir ja gar keine Schuppen – aber vorbeugen kann nicht schaden. Die kostenlose Probe des Anti-Schuppen-Shampoos aus dem Internet reinigt auch ohne Schuppenproblem. (Internetquellen gibt es am Ende des Artikels)

Zeitung & Suppe

11.10 Uhr: Am Frühstückstisch

Gut informiert ist halb gewonnen. Wir lesen die aktuelle Zeitung – natürlich im Probe-Abo für “lau”. Die Liste der Zeitungen, die ein kostenloses Probe-Abonnement bieten, ist lang. Wichtig nur, daß man daran denkt, das Probe-Abo rechtzeitig zu kündigen. Sonst verlängert es sich in den meisten Fällen automatisch.

11.30 Uhr: Hunger und Durst

So richtig hungrig sind wir um diese Zeit offengestanden noch nicht. Aber so ein kleines Süppchen, das es gratis im Internet gab, löffeln wir trotzdem noch. Dazu genießen wir einen frisch gebrühten Tee – auch aus dem Internet – auch für lau. (Internetquellen gibt es am Ende des Artikels)

Hundefutter & Parf?m

11.40 Uhr: Neidische Blicke

Wer neidische Blicke von seinem Hund oder seiner Katze erntet, muß am Gratistag übrigens nicht die kalte Schulter zeigen. Im Internet gibt es zahlreiche Gratisangebote für unsere vierbeinigen Freunde. (Quellen am Ende des Artikels)

12.00 Uhr: jeden Tag eine gute Tat

Kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten erhalten die Freundschaft. Egal, ob Freund oder Freundin – über die Homepage von Hugo Boss kann man kostenlose Postkarten an die Liebsten versenden. Als Goody hängt noch eine Duftprobe dran.

Wir entscheiden uns für den Herrenduft auf der eigenen Haut – das freut die Freundin auch.
(Internetquellen gibt es am Ende des Artikels)

Internetrecherche

12.30 Uhr: im Internet auf Knausertour

Die Zeit bis zu unserem heiß erwarteten Treffen am Nachmittag verbringen wir mit Recherchen im Internet. Wer gratis leben will, muß ständig frisch informiert sein. Natürlich gratis! Der Computer ist zwar gekauft – die Promo-CD mit Gratisstunden eines lokalen Providers lag allerdings im Briefkasten. Solche Angebote bzw. CD´s landen sicher auch in Ihrem Briefkasten. Aber Vorsicht! Prüfen Sie genau, ob mit der Nutzung der Gratisstunden weitere Verpflichtungen verbunden sind.

Hochschule & Fitness Studio

14.30 Treffen mit dem Gratisguru

Dem Internet sei dank treffen wir uns heute mit dem “Knauserguru” der lokalen Hochschule und erfahren noch mehr Tricks. Neben einer Reihe recht fragwürdiger Methoden hat uns vor allem die “Probefahrt-Idee” wirklich gut gefallen. Wir entschließen uns, diese am Nachmittag gleich in die Tat umzusetzen.

Vorher greifen wir natürlich noch das “Gratis-Probetraining im Fitnesscenter” von der Pinwand der Hochschule und zahlreiche kostenlose Postkarten in der Cafeteria ab. Das klappt übrigens auch ohne Hochschule – die meisten Fitnesscenter bieten auf Nachfrage ein kostenloses Probetraining an.

Supermarkt

16.30 Uhr: Ab ins Einkaufszentrum

Der Weg zum Einkaufszentrum ist weit und obwohl ein Spaziergang unserer Gesundheit bestimmt nicht schaden würde, entscheiden wir uns – getreu dem Motto “Zeit ist Geld” – für den bequemen Weg. Der nächste Autohändler ist nur 3 Minuten Fußweg entfernt. Gut gekleidet und informiert bitten wir um eine Probefahrt . (Führerschein nicht vergessen!) “Spätestens 18.00 Uhr sind wir zurück.” waren unsere letzten Worte als wir freundlich winkend den Hof des Händler verließen.

Gratiswurst

16.50 Uhr: Herzlich Willkommen

“Guten Tag, die Herren!” Freundlich grinst uns der Verkäufer eines Standes an, der seine “Schinkenknacker” feil bietet. “Wollen Sie mal probieren?” Natürlich! – waren die Worte, die wir überrascht und freundlich-lächelnd erwiderten. Ob´s an unserem höflich-interessierten Auftritt liegt oder der Standard für interessierte Kunden ist – wir wissen es nicht. Jedenfalls haben wir keine 30 Sekunden später eine kleine Pappunterlage mit den verschiedenen Wurststückchen. Sehr lecker!

Ein lockeres Gespräch “meine Freundin hat ein kleines altdeutsches Restaurant…” und schwubs haben wir noch zwei Würste gratis. “Für die Freundin, damit sie mal probieren kann”. Wir danken freundlich.

Obst & Gem?se

17.00 Uhr: Gesund leben

Gesund leben, heißt sich abwechslungsreich ernähren. Also erstmal einen Abstecher zum Obst- und Gemüsestand. Als wir versuchen herauszufinden, ob denn die Weintrauben genauso lecker sind, wie sie aussehen, merken wir, daß wir nicht die Einzigen sind, die hemmungslos probieren. Die Radieschenprobe war schon etwas dreister, aber auch hier hat sich – dank guter Kleidung und kritisch-prüfendem Blick – niemand beschwert.

17.20 Uhr: Fachwissen für Lau

Als wir am Zeitschriftenstand ankommen, kommen erste Zweifel auf. “Warum haben wir bisher stets brav das Portemonaise gezückt?” “Gibt es einen Geheimbund der Schnorrer?” Wir müssen schon fragen, ob wir mal durch dürfen, um die neue “Maxim” zu greifen. Während wir das Magazin in aller Ruhe durchblättern, sehen wir, daß andere Gratisleser noch gründlicher studieren als wir. Maxim war übrigens ganz nett – das müssen wir uns unbedingt für unseren nächsten Probeabo-Streifzug durch das Internet merken.

Autoreinigung

17.50 Uhr: auf dem Parkplatz

Wir konnten gar nicht so schnell gucken, wie sich jemand an den – zugegebener maßen nicht mehr so ganz sauberen Felgen (lags an unserer “sportlichen” Fahrweise?) – unseres Probewagens mit seinem “Zauberputzmittel” zu schaffen macht. Wir reagieren ziemlich gelangweilt und nicht wirklich erfreut. Umso begeisterter werden die Lobhymnen auf das Putzmittel.

Wir treten ein wenig zurück und betrachten den Wagen. Irgendwie sieht das ziemlich schräg aus – eine Felge geputzt und die anderen dreckig. “Wie sieht das denn aus? Das ist das Auto vom Chef!” Die Aktion zog zwar zusätzliche Zuschauer an und erhöhte somit den Peinlichkeitsfaktor, dennoch waren hinterher alle 4 Felgen blitzblank geputzt. Und! Der Verkäufer hat sogar 3 Flaschen Reinigungsmittel dabei verkauft – natürlich nicht an uns.

Fischbr?tchen

18.00 Uhr: zurück beim Autohändler

Nachdem wir uns bedankt und einige Detailfragen gestellt haben, greifen wir noch einen Notizblock und einen Kugelschreiber ab und machen uns langsam auf den Heimweg.

18.25 Uhr: Fisch gibt´s nicht umsonst

Bei unserem Versuch auf dem Heinweg noch beim Fischladen vorbeizuschauen und zwei kostenlose Fischbrötchen abzustauben (Argument: “Die können Sie doch morgen sowieso nicht wieder anbieten”), sind wir übrigens gescheitert. Auf die Hälfte des normalen Preises konnten wir uns zähneknischend einigen.

Rauchen & Telefonieren

Viel Trinken ist gesund

Wir mußten unseren Flüssigkeitsbedarf durch Leitungswasser decken. Das ist aber auch gesund und ebenfalls “fast” gratis.

Rauchen und Telefonieren: hoher Peinlichkeitfaktor

Diverse TV-Redaktionen haben es getestet und es funktioniert tatsächlich: Rauchen und Telefonieren für lau! Man hat viele Passanten in Fußgängerzonen nach einer Zigarette gefragt bzw. sich mit dem Problem “Ich muß mal dringend Telefonieren” an die lieben Mitmenschen gewandt. Das Ergebnis war erstaunlich: bereitwillig wurden sowohl Handys als auch Zigaretten gereicht. Uns war allerdings der Peinlichkeitsfaktor für diese “Privatschnorrereien” etwas zu hoch.

N?tzliche Werbung

Augen auf: Werbeblättchen und Werbebeilagen

Was täglich unsere Briefkästen verstopft und dann doch nur in den Altpapier-Container wandert, bietet wertvolle Informationen für Gratis-Fetischisten. In vielen dieser “Publikationen” finden sich Gutscheine oder Einladungen zu Veranstaltungen. Gerade bei Verkaufs- und Werbeveranstaltungen aber auch bei Wahlkampfaktionen finden sich Hinweise auf kostenlose Sorge für das leibliche Wohl.

Möbelhäuser, die ein Schnitzel nebst Pommes verschenken oder ein Fest des Einkaufszentrums mit kostenloser Grillwurst, sind uns bei Durchsicht des aktuellen Reklamestapels aus unserem Briefkasten nicht entgangen.

Das Internet als El Dorado für Sparfüchse

Das Internet steckt voller Gratisideen. Viele große und bekannte Hersteller bieten Gratisproben ihrer Produkte, um neue Konsumenten zu gewinnen. Wer hier die Augen offenhält, kann durchaus den einen oder anderen Euro sparen. Inzwischen gibt es sogar sogenannte “Probendienste”, die es ermöglichen, eine Vielzahl von Proben mit einem Klick zu bestellen. Leider sind die meisten dieser Dienste kostenpflichtig und so für Hardcore-Knauser nicht geeignet.

Wer richtig Sparen will, muß also selber suchen. Das kann man übrigens an vielen Hochschulen und manchen Bibliotheken völlig kostenlos. Die zahlreichen Gratisportal und -verzeichnisse (siehe Ende des Artikels) vereinfachen die Suche ungemein.

       
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