GORDON LIU CHIA-HUI (der in seiner Muttersprache Kantonesisch auch als Lau
Kar-fei bekannt ist) ist einer der bekanntesten und beliebtesten Künstler
der Old-School-Martial-Arts-Filme im Shaolin-Stil. Mehr als ein Jahrzehnt lang
war er einer der Erfolgsgaranten des legendären Hongkonger Shaw-Brothers-Studios.
Lius Image als aufrechter Kriegermönch, der die Gepeinigten vor den imperialistischen
Manchu-Unterdrückern schützt, wurde in dem internationalen Hit THE
36TH CHAMBER OF THE SHAOLIN („Die 36 Kammern der Shaolin“, 1978)
fest etabliert, in dem ihn sein älterer Bruder und Mentor Liu Chia-liang
(Lau Kar-leung) besetzte und der in den USA unter dem Titel THE MASTER KILLER
in die Kinos kam.
Liu wurde in Guangdong China im Jahr 1955 geboren. Sein richtiger Name lautet
Xian Qixi, den er als Louis Sin ins Englische übertrug. Als seine Familie
nach Hongkong umsiedelte, lebten sie für einige Jahre in der Nähe
der Martial-Arts-Schule des legendären Hung-Gar-Kung-Fu-Lehrers Lau Charn,
dessen Verbindungen bis zu dem (immer wieder in Filmen thematisierten) Martial-Arts-Künstler
Wong Fei-hong zurückreichen. Der zukünftige Star Liu begann seinen
Unterricht bei Lau im Alter von sieben Jahren, zunächst ohne Wissen seiner
Eltern. Der Schauspieler wurde so fälschlicherweise oftmals als Blutsverwandter
oder Adoptivsohn seines Lehrers Lau Charn angesehen. Tatsächlich wurde
Lau der Pate seines berühmtesten Schülers in einer privaten, religiösen
Zeremonie. Und wie viele andere Martial-Arts- und Peking-Oper-Künstler
machte Liu später den Nachnamen seines Lehrers zu seinem Künstlernamen.
Gordon ist insofern eine Art „Gottbruder“ und „Kampfesbruder“
der echten Sprösslinge von Lau Charn, Regisseur und Choreograph Lau Kar-leung
und den Künstlern Lau Kar-wing und Lau Kar-ying.
Um die Verwirrung komplett zu machen: Obwohl die kantonesische Form seines
Namens, Lau Kar-fei, die korrekte ist, hat Gordon weiterhin die Mandarin-Übersetzung
verwendet, die in den Credits seiner erfolgreichsten Filme erschien, Liu Chia-hui.
Er nahm den Zusatz Gordon während seines Studiums an englischen Schulen
und High Schools in Hongkong in den 60er Jahren an.
Nach seinem Abschluss an der High School arbeitete Liu eine Zeit lang als Büroangestellter,
bevor er seinem älteren „Bruder“ Lau Kar-leung in den späten
60ern ins Filmgeschäft folgte. Seine erste größere Rolle hatte
er 1973 in Chang Chehs SHAOLIN MARTIAL ARTS (1974), der jedoch nur begrenzten
Erfolg feierte. Er spielte dann einige Jahre lang kleine Rollen und arbeitete
hinter der Kamera für die Quasi-Independent-Produktionsgesellschaft, die
Chang Che in Taiwan unter Shaw-Brothers-Banner etabliert hatte. Als Schauspieler
feierte er 1976 sein Leinwand-Comeback, als Lau Kar-leung nach Hongkong zurückkehrte,
um seine Karriere als Regisseur fortzusetzen: Liu spielte Wong Fei-hong, den
legendären Martial-Arts-Meister der Jahrhundertwende, in Laus CHALLENGE
OF THE MASTERS (1976) und wurde schließlich zum Star, als er seinen Kopf
für die Rolle des Martial-Art-Mönchs San Te in THE 36TH CHAMBER OF
SHAOLIN rasierte.
Gordon Liu spielte in Old-School-Klassikern wie Lau Kar-leungs SHAOLIN CHALLENGES
NINJA (1979) und LEGENDARY WEAPONS OF CHINA (1982). Er ist außerdem ein
sehr begabter komischer Schauspieler, wie sich anhand seiner Leistungen in Liu
Chia-liangs bahnbrechenden Kung-Fu-Komödien DIRTY HO (1979) und RETURN
TO THE 36TH CHAMBER („Rückkehr zu den 36 Kammern der Shaolin“,
1980) feststellen lässt. Zudem war er Regisseur einer Reihe von Filmen,
darunter der hoch angesehene SHAOLIN AND WU TANG (1981), der einen revisionistischen
Blick auf eine der erbittertsten Rivalitäten in der Welt der Martial Arts
bietet.
Bis zum heutigen Tag hat Gordon Liu regelmäßig im Hongkong-Kino
gearbeitet. So sah man ihn in Filmen wie PEACOCK KING (1988), TIGER ON THE BEAT
(„Born Hero 2“, 1988), LAST HERO IN CHINA (1993), DRUNKEN MASTER
III (1994) und GENERATION PENDRAGON (1999). Er begeistert eine komplett neue
Generation asiatischer Fans für seine komischen und Actionrollen in zahlreichen
erfolgreichen TV-Serien, zuletzt 2003 in dem 18-stündigen Mehrteiler „Shaolin
Dizi“ („Shaolin Disciples“).
Mit seinem „Bruder“ Liu Chia-liang stellte er unlängst den
ersten historischen Martial-Arts-Film der Shaw Brothers seit mehr als 20 Jahren
fertig, DRUNKEN MONKEY (2002). Seine Shaw-Brothers-Klassiker werden demnächst
erstmals als restaurierte DVD-Fassungen in Hongkong erhältlich sein.
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GORDON LIU als „Pei Mai“
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GORDON LIU als „Pei Mai“
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MICHAEL MADSEN als „Budd“ alias „Sidewinder“
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QUENTIN TARANTINO (Regie, Drehbuch)