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| Keine Veränderung auf Knopfdruck |
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psychophysik.com:
Die von Ihnen angesprochene dramatische Veränderung von Politikern und
auch Medienmachern erreichen wir in der Praxis nicht per Knopfdruck, vielleicht
weil wir es auch hier mit Menschen zu tun haben, welche in ihrem Leben - besonders
in ihrer Kindheit - geprägt wurden und sich dieser Prägung in der
Regel nicht bewusst sind.
Haben wir es hier demnach mit einem negativen Regelkreis
zu tun, in welchem verunsicherte Kinder zwangsläufig den Nährboden
für die nächste gehemmte Generation darstellen? Welche Möglichkeiten
sehen Sie als Gehirnforscher, diese Endlosspirale zu beenden? Vielleicht nicht
innerhalb von drei Jahren, sondern innerhalb von drei Generationen? Vielleicht
nicht von außen übergestülpt, sondern durch Information und
Bewusstmachung von innen her kommend? Gibt es den Hauch einer Chance, Problembewusstsein
zu fördern und Veränderungswillen zu stimulieren?
Prof. Gerald Hüther:
Die frühen Prägungen sind zumindest hirntechnisch nicht das entscheidende
Problem. Negative Erfahrungen aus der Kindheit können im späteren
Leben jederzeit durch andere, positive Erfahrungen überformt werden. „Es
ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben“. Dieser
Hinweis von Milton Erikson bringt das auf den Punkt. Aber die Chance, sich selbst
wieder als gestaltungsfähiger und willensstarker Mensch zu erfahren, wird
immer geringer, je länger man erst einmal mit diesem Ohnmachtgefühl
und den negativen Erwartungen herumgelaufen ist. Und je mehr andere Menschen
man trifft, denen das ganz genauso geht, desto stärker verfestigt sich
diese Überzeugung. So verliert man zunehmend die Lust, sich all das, was
draußen in der Welt und Innen, in einem selbst passiert genauer anzuschauen.
Wer nicht mehr sieht, was los ist, hat auch keinen Grund, irgendetwas zu verändern,
schon gar nicht sich selbst. Besonders gut geht es einem dabei nicht, aber man
weiß wenigstens, woran man ist. Das läßt sich besser aushalten,
als jede neue Verunsicherung, die sich aus einer Veränderung dieses gewöhnten
Zustandes ergäbe.
Das ist das Dilemma, in das wir alle, auch als Politiker, allzu leicht hineingeraten
und aus dem nur wenige einen Ausweg finden. Was müßte passieren,
damit das gelingt? Manche meinen, die Probleme müßten sich noch verschärfen,
damit die Menschen aufwachen. Ich halte das für gefährlich. Man findet
unter Druck nur selten umsichtige Lösungen. Besser wäre es, Menschen
zu begegnen, die sich noch nicht zurückgezogen oder gar aufgegeben haben.
Positive Vorbilder also, die Mut machen und eine längst verschüttete
Sehnsucht nach einem erfüllen, gestaltbaren Leben wiedererwecken. Und wenn
man sich mit Schwung an neue Herausforderungen heranwagt, ist es gut möglich,
dass man sie auch meistert. Dann hat man eine neue Erfahrung gemacht. Und wenn
man nun noch jemanden findet, der diese Leistung anerkennt, würdigt und
wertschätzt, kann es sein, dass man von einem resignierenden Schwarzseher
und Nichtstuer zu einem begeisterten Problemerkenner und Umgestalter wird.
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Keine Veränderung auf Knopfdruck
Kommentare (6)
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Autor |
| Den Artikel findet Ihr hier:http://www.naanoo.com/artikel_2954.h... |
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Mister X |
| Ganz cooler Artikel, schön aufgemacht. Schick.Zum Inhalt sag ich... |
|
Kone |
| Wow,sensationeller Artikel!!!Liebes ... |
|
Liebes |
| QUOTE (Prof. Gerald Hüther @ 00:00 , 01.01.2006 )Manche sind des... |
|
dasbo |
| habsch überflogen, dachte mir schon meinen teil ... |
|
Carmen00 |
| Das neue Buch "Auf Schatzsuche bei unseren Kindern" (Dr... |
|
Name :Gu |
| ... | | |
| [Kommentare lesen] | |
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