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Angels and Airwaves
Foto: Universal |
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Tom DeLonge: Gesang, Gitarre
David Kennedy: Gitarre
Ryan Sinn: Bass
Atom Willard: Schlagzeug
Tom DeLonge hat eine ganz konkrete Vorstellung davon, wie man sich We Don't Need to Whisper, (VÖ: 23.
Mai 2006) das Debütalbum seiner neuen Band Angels and Airwaves zu Gemüte führen sollte. „Der Raum muss wirklich dunkel sein, mit Schwarzlicht oder einer Kerze vielleicht“, setzt er an. „Die Leute sollten zudem unbedingt Kopfhörer tragen, und gemütlich sitzen oder liegen sollten sie, vielleicht auf dem Boden, ans Bett angelehnt. Ich habe anderthalb Jahre an dieser Platte gearbeitet, um für die Zuhörer einen klanglichen Ort zu kreieren, an dem sie alles andere vergessen können. Mir geht es um nichts anderes als 50 Minuten mit heruntergefahrener Herzfrequenz.“
Die erste Single, „The Adventure“, ist bereits überall im Radio zu hören – auch im Internet macht der Song seine Runden. Eine dazugehörige Textzeile wie „I want to have the same last dream again/the one where I wake up and I’m alive“ ist laut Aussage von DeLonge das, worum es ihm beim kommenden Album geht: „Aufzustehen und zu schreien, `Ich bin am Leben!´“
In den etwas mehr als zehn Jahren, die er mit Blink 182 verlebt hat, hat DeLonge eine Strecke von einem gewöhnlichen Leben in einem Vorort San Diegos an die Spitze der Rockwelt zurückgelegt. Die Band verkaufte weltweit über 20 Millionen Alben, gewann jeden erdenklichen MTV-Award und füllte Stadien von London bis Tokio. Berüchtigt war das Trio für ihre halbnackten Clown-Einlagen – doch was den Fans deutlich wichtiger war: ihr Songwriting, das Pop-Punk-Riffs stets messerscharf und haargenau auf den Punkt brachte und zudem mit Texten verziert war, die alles zwischen romantisch, komisch oder auch reumütig abdeckten.
Besonders stolz ist DeLonge auf die Achtung, die ihnen von altgedienten Musikern entgegengebracht wurde: „Ich habe mal Joe Strummer von The Clash getroffen, und wie sich herausstellte, war er ein absoluter Blink-Fan, weil seine Kids die totalen Blink-Fans waren“, erzählt er. Robert Smith von The Cure sang auf ihrem letzten Album, während Pete Townshend bei einem Konzert in San Diego als Gast auf die Bühne kam.
Zu Beginn des Jahres 2005 also, in einer Bandpause für Blink 182, kam DeLonge an einen Wendepunkt: „Ich hatte keine Berufung, hatte keine Band, es gab nicht einmal mehr Musik in meinem Leben –, also fühlte ich mich echt verdammt mies. Ich wusste, dass mir zwei Möglichkeiten blieben. Die erste sah so aus: Rumliegen und Trübsal Blasen, während man sich daran erinnert, wie toll es doch war, früher mal in einer großen Band gespielt zu haben... wie es da oben, an der Spitze war. Die andere Wahlmöglichkeit war Weitermachen und mit der Musik auf ein neues Level gehen. Sicherlich wollte ich, dass die Blink-Fans weiterhin auf ihre Kosten kommen, aber ich wollte auch andere Menschen ansprechen, Leute, die wir zuvor nicht erreicht hatten. Dabei ging es gar nicht mal um Geld oder Publicity oder so, gar nicht. Ich wusste, dass, gesetzt den Fall, ich schaffe es, innerhalb eines Jahres mein Leben neu zu strukturieren und wundervolle Dinge in Bewegung zu setzen, dass ich damit auch andere Menschen inspirieren konnte, sie geradezu herausfordern würde, es auch zu versuchen.“
Anstelle eines Soloalbums oder einer neuen Scheibe seines beliebten Seitenprojekts, Box Car Racer, entschloss sich DeLonge, eine neue Band zu gründen. Er holte den Gitarristen von Box Car Racer, David Kennedy, den Bassisten Ryan Sinn (zuvor bei The Distillers) sowie den Überschlagzeuger Atom Willard (Rocket from the Crypt und The Offspring) ins Boot. Das frisch gegründete Quartett machte sich sofort auf den Weg ins Studio und setzten alles dran, einen neuen Sound bzw. eine Reihe neuer Songs zu finden.
DeLonge berichtet: „Wir haben tatsächlich die Fenster verdunkelt, haben die Lichter
auf ein Minimum runtergedreht, haben `2001´ von Stanley Kubrick auf dem Flatscreen-Fernseher
am laufen gehabt und nebenbei noch Bücher über den Zweiten Weltkrieg von Stephen
Ambrose gelesen, in den man Doppelseiten mit brennenden Städten und sterbenden
Menschen betrachten kann – wir haben diese Sachen sogar an die Wand gehängt. Auf
einer Seite hatten wir also die quasi unerschöpfliche Freiheit und Hoffnung des
Weltraums, auf der gegenüberliegenden Seite gab’s die schlimmsten Verbrechen der
Menschheit zu sehen. Besser noch: Wir saßen dazwischen und haben gerade einen
Lovesong geschrieben.“
We Don't Need to Whisper – der Titel ist gleichzeitig der erste Satz, den DeLonge im Rahmen der Aufnahme-Sessions ins Mikrofon sprach, um zu checken, ob die Technik auch lief – wurde in seinem Homestudio in einer Reihe von Sessions aufgenommen, die im März 2005 begannen und von da an ungefähr ein Jahr dauerten. Das Resultat ist weit davon entfernt, diejenige Pop-Punk-Grätsche zu vollziehen, die seine Fans wahrscheinlich von DeLonge erwarten würden: stattdessen vermengt es Gitarrenriffs mit elektronischen Sounds, und zwar auf einem Level, auf dem sich sonst nur U2 oder Peter Gabriel bewegen.
Das Album erzählt eine Geschichte, die DeLonge nur zu gern noch einmal zusammenfasst. Es beginnt mit dem epischen Opener „Valkyrie Missile“: „Dabei handelt es sich eigentlich um eine Waffe aus der Zeit des Kalten Kriegs, die mit nuklearen Sprengköpfen ausgestattet ist. Wenn diese Waffe einschlägt, vernichtet sie alles Gewesene – man bekommt das gar nicht mit. Ich habe die Auflösung meiner Band auch nicht wirklich mitbekommen, aber etwas besonders und wunderschönes wird danach kommen.“
Den nächsten Song, „Distraction“, beschreibt DeLonge als gefühlte Bestandsaufnahme eines Kriegs; außerdem erzählt das Stück davon, wie man sich an einer Person, die man liebt, auch in schweren Zeiten festhalten kann: „Ob es sich nun um meinen Bruder im Krieg handelt, der plötzlich auf der anderen Seite des Erdballs ist, nur weil irgendeine Lüge diesen Krieg ausgelöst hat, oder aber um meinen Vater, der an Leukämie erkrankt ist – all diese Dinge sind unanfechtbare Wahrheiten. Aber jeder hat sein Kreuz zu tragen, und wahrscheinlich haben viele Leute viel größere Probleme, als ich sie habe.“
„Folgt man dann dem Verlauf des Albums, wird man an den Punkt kommen, an dem die Liebe und das Leben wirklich greifbare Umrisse bekommen“, erzählt DeLonge weiterhin. „In einem Song namens `A Little Is Enough´ kommt Gott mal eben auf die Erde und richtet alles innerhalb eines Tages; bis am Ende der Platte schließlich folgende Worte des Songs `Start the Machine´ zu hören sind: `If love is a word that you say, then say it, I will listen.´ - und ich werde zuhören. Ich will damit nur ausdrücken, dass man, was auch immer man mit seinem Leben vorhat, alle Energie dort hineinstecken sollte und an sich und seine Umwelt glauben muss“, lacht DeLonge. „Ich weiß, das klang jetzt wie eine Predigt, und das soll es eigentlich gar nicht. Ich wollte einfach nur einen absolut emotionalen Moment meines Lebens auf Vinyl bannen. Ich finde die Idee, dass ein Album dazu dienen soll, absolut faszinierend – wenn man sich dann mal vorstellt, dass man vielleicht fünfzehntausend Menschen in einem Stadion gleichzeitig mit einem Song bewegt, das wäre fast schon wie ein religiöses Erlebnis.“
Der Name übrigens, Angels and Airwaves, kam DeLonge in den Sinn, als er gerade am Steuer saß. Zunächst war er sich allerdings nicht so ganz sicher. Doch dann bemerkte er, dass der Name abgekürzt die Buchstabenfolge „AAA“ ergibt – und, besser noch: wenn er das mittlere A umdrehte, ergab sich so etwas wie AVA, den Namen seiner Tochter.
DeLonge zeigt ganz offen seine Ambitionen mit diesem Projekt – mit Angels and Airwaves will er richtig durchstarten. „Es handelt sich bei dieser Band keinesfalls um irgendein Seitenprojekt“, erklärt er, „das hier wird die nächste Hälfte des Lebens von Tom DeLonge. Und wer irgendeinen Teil meiner bisherigen Musik auch nur im Geringsten geschätzt hat, der wird sich über diesen nächsten Schritt besonders freuen!“ Na klar: Noch immer ist DeLonge derjenige, der die dreckigsten Witze reißt, noch immer ist er ein wahrer UFO-Fanatiker, jedoch: er will heute noch mehr. „Das Besondere an Blink 182 war doch, dass wir drei einfa ??7????a?M¨?????ch so zusammen kamen und eine beeindruckende Band waren“, erläutert er. „Doch jetzt sind alle Mittel erlaubt! Ich kann meine innersten Gefühle in diese Musik einfließen lassen, und das mit einer neuen Gruppe von unfassbar talentierten Musikern. Dieses Album ist viel intensiver – das geht sogar soweit, dass wir es gar nicht mehr abwarten können, es mit der Welt zu teilen.“
Angels and Airwaves / Bio - Background
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Mister X |
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