Ja, Panik, Ende 2005 in Wien gegründet, veröffentlichten im März 2006 ihren ersten selbstbetitelten Longplayer. Und zwar überaus erfolgreich: Einstieg der Single “Ob Ich Das Verdiene?” in diverse Radiocharts - und in die Charts des privaten österreichischen Musikfernsehsenders gotv. Die Nachtmenschenstadt-Hymne„Zwischen 2&4“ schaffte es auf Platz 13 der Redaktions-Charts der deutschen Zeitschrift Spex und in die gotv-Charts.
Nun erscheint mit „The Taste and The Money“ das zweite, schon heiß erwartete Album der Band. Auch die neuen Stücke spielen in einem Leben fernab wohlbehüteter Indie-Sentimentalität. Gehetzt und mit langem Atem zelebrieren Ja, Panik z.B. ihre obligatorische Hass-Liebe zu Wien und verwandeln sich dabei in die Geister dieser Stadt. („Wien, du bist ein Taschenmesser“).
On the edge leben und offenen Auges alles wagen! Ein abenteuerliches Leben ist nur zu haben, wenn man nicht verbirgt, dass man über Abgründe taumelt. Ja, wenn man sie sogar nüchtern glorifizieren und rauschhaft zelebrieren kann! Und bei allem Alltagsterror den Humor für sich selbst nicht verliert.
Ja, Panik gelingt eine Balance, die es so bislang echt noch nicht gab:
Zwischen lyrischem Geist - etwa des frühen „Hamburger Schule“ Pioniers Tobias Levin (Cpt.Kirk &) - und dekadentem Falco-Flair, sorgt der 23-jährige Wiener Sänger und Gitarrist Andreas Spechtl für Aufregung. Weit davon entfernt ein Konsens-Sänger zu sein, gelingt ihm hier - gemeinsam mit Stefan Pabst (Bass), Christian Treppo (Klavier) und Sebastian Janata (Schlagzeug), Thomas Schleicher (Gitarre) - ein Entwurf, der mal wirklich Lebens-Soundtrack ist.
Denn Ja,-Panik-Songs setzen da an, wo die großen Gefühle kippen und mit ihnen die Dinge. „Da war schon, war schon viel zu lang, ein schwarzes Loch in meiner Brust, nur zu gut, dass ich damit nicht mehr leben muss“. Dem dazugehörigen Song „Marathon“ gelingt es - wie überhaupt allen Ja, Panik Songs - den Stoff, aus dem unser Alltag ist, präzise zu bespielen und zu benennen. Auf wild poetische Weise werden Details wie nebensächlich gestreift: der schimpfende Kioskbesitzer und „nervenden Frisuren“, die „menschenverachtenden Bücher“ und die „Überangebote in Logenplätzen des Szene Cafes“. Eine Stereoanlage spielt „Beat Surrender“ und man tanzt „Hully Gully“ am Donaukanal“. Andreas Spechtl singt unsterbliche Zeilen wie: „ich fühl mich overdressed und undersexed“ oder „die Katastrophe, sie hat mich schon wieder eingeholt und auf den Punkt gebracht.“
„Marathon“ ist die erste Single-Auskopplung aus dem am 11.04.08 erscheinenden Album „The Taste and The Money“ der Wiener Band.
Weitere Artikel zu: Ja Panik












Ja, Panik: Album “The Taste and The Money”
Weitere Artikel:
Mehr aus der Rubrik:
Sie können Antworten auf diesen Beitrag per RSS 2.0 feed verfolgen. Sie könen einen Kommentar hinterlassen, oder einen trackback setzen.