Anfang der 1970er Jahre stießen Arbeiter bei Grabungen in der chinesischen Provinz Huan auf eine Grabkammer, in der sich ein massiver Sarkophag befand. Der darin entdeckte Leichnam einer Frau glich einer Sensation. Der Zustand der Mumie erstaunte die gesamte Fachwelt. Im Gegensatz zu den bisher bekannten Mumien, waren die Gliedmaßen der Leiche noch beweglich und das Fleisch fühlte sich elastisch und weich an. Die Haut schimmert in leicht gelblicher Farbe – wie zu Lebzeiten.
Damit ist der konservierte Körper der „Lady von Dai“ der besterhaltene, der jemals gefunden wurde. Die Mumie gewährte den Forschern tiefen Einblick in Leben und Sterben von Lady Dai. Sie starb zwischen 178 und 145 vor Christus im Alter von ca. 50 Jahren. Ein ausschweifender Lebenswandel führte bei Ihr zu einer massiven Schwächung des Herzens. Sie litt unter der Verengung der Herzkranzgefäße, einer im Altertum bislang unbekannten Krankheit. Die Obduktion der Lady von Dai brachte darüber hinaus weitere unterschiedliche Krankheiten der Adligen zum Vorschein. Die Runzeln auf der Haut deuten zudem darauf hin, dass die Dame zu Lebzeiten wohl ziemlich beleibt war. Sie wog ca. 75 Kilo.
Die in China verwandte Methode Ihrer Konservierung stellt alle bekannte Techniken in den Schatten.Trotz extrem ungünstiger Umweltbedingungen ist das Ergebnis einmalig. Zwei weitere Särge, mit Mumien in ähnlichem perfekt erhaltenem Zustand wie der Lady, wurden gefunden –z.B die Sarkophage des einflussreichen Beamten Sui und der Herrschergattin Ling Huiping. Bis heute ist nicht genau geklärt, warum die Mumien so außergewöhnlich gut erhalten sind.















