“Immer öfter, wenn wir uns berühren, spür ich den leeren Raum zwischen unserer Haut”
Lichter sind heimtückisch. Sie treiben Spielchen mit dem Hörer. Der Bandname klingt erst mal nach Frohsinn. Doch weit gefehlt: Hier werden die verborgenen dunklen Winkel ausgeleuchtet.
Nehmen wir nur einmal den ersten Song ihres Debüt-Albums: Die Musik ist kraftvoll und erhaben, grosser Indiepop, mit drängenden Gitarren und treibendem Schlagzeug, harmonisch kunstvoll aufgeschichtet, euphorisierend.
Und dann singt Mathias Mauerberger mit seiner festen weichen Stimme von einem “Leeren Raum”, der das lyrische Ich schon seit der Kindheit verfolgt, ohne Türen und Fenster. Die totale Vereinzelung. Das Schlimme ist, dass dieser Raum sogar die Zweisamkeit beeintraechtigt: “Immer öfter, wenn wir uns berühren, spür ich den leeren Raum zwischen unserer Haut”. Da schnürt es einem die Kehle zu.
Textlich geht das meist so weiter: Resignation, an der man sich wärmen kann, so widersprüchlich das klingen mag. Der vorletzte Song bringt das Phlegma einer Generation dann auf den Punkt: “Diese Welt ist nicht mehr fuer uns reserviert, alle Plätze belegt und nichts garantiert, (..) Nur wer hat uns befohlen, in diesen Zeiten so ruhig zu bleiben”? (..)
Was Lichter beweisen, ist, dass die Kategorie Deutschpop trotz deutscher Texte hinfällig werden kann. Die Band spielt in einem Raum, der drei Stockwerke über nationalen Begrenzungen schwebt. Kein leerer Raum, sondern ein Raum voll von Inspiration und Empfindung.
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Lichter: Lichter (CD Album)
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