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Cary Grant

Cary Grant

Cary Grant – Ein wahrer Gentleman der Traumfabrik

Wer schon einmal die Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ („Arsenic and Old Lace“, 1944) gesehen hat, kann die haltlose Begeisterung für den bereits 1986 verstorbenen Hollywood-Giganten Cary Grant sicherlich nur zu gut verstehen. Dieser Schauspieler vereinte Charme, Eleganz, gutes Aussehen und Humor. Seine Filme sind heute unvergessliche Klassiker, von denen man nie genug bekommen kann. In zweiundsiebzig Filmen fast aller Genres (Komödien, Liebesfilme, Thriller und Abenteuerfilme) wirkte der stattliche Engländer größtenteils in der Hauptrolle mit und bekam 1970 einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Doch wie sah es in Cary Grants Privatleben aus?

Ärmliche Kindheit führte zum Ausbruch

Als Archibald Alexander Leach wurde Cary Grant als einziges Kind des Textilarbeiters Elias Leach und dessen Frau Elsie am 18. Jänner 1904 in Horfield bei Bristol in England geboren. Archies älteres Geschwisterchen starb nicht ganz einjährig vier Jahre zuvor. Er bekam trotz bescheidenem Elternhaus Klavierunterricht, ging ins Kino und ins Theater. Er wuchs teilweise bei seiner Großmutter auf, da seine Mutter aufgrund geistiger Verwirrtheit für lange Zeit in eine Heilanstalt musste. In der Mittelschule bekam er Kontakt zu einem Elektriker, der ihn in Verbindung mit einem Variete-Theater namens „Hippodrome“ brachte. Archie half den Technikern und wurde schließlich Beleuchtungsassistent beim „Empire-Theater“, um dann nach seinem Rauswurf wieder zurück beim „Hippodrome“ als Laufbursche zu fungieren. Mit 14 schloss er sich einer Comedy-Truppe an. Zwei Jahre lang war er mit dieser Truppe in England auf Tournee, bis sie im Jahre 1920 ein Engagement nach New York bekamen. Nachdem ihre Show „Good Times“ 1921 abgesetzt worden ist, begann die Truppe, in Amerika herum zu reisen. Als ein Teil der Truppe später wieder nach England zurückkehrte, blieb Archie in Amerika. Nach einigen kleinen Engagements beispielsweise als „Stelzengeher“ und in einer Variete-Show namens „Better Times“ führte ihn eine weitere Tournee mit dem in Amerika verbliebenen Rest der Truppe 1924  nach Kanada und an die West-Küste. Danach verlegte er sich auf Musicals und nahm dafür Gesangsunterricht. Seine erste Rolle hatte er in dem Broadway-Musical „Golden Dawn“. Später kamen die Musicals „Polly“ und „Boom-Boom“ 1929. Anschließend tourte er bis Anfang 1931 mit der Show „The Street Singer“, die leider floppte. Nach einem Musical-Job in Missouri wurde er in New York für eine kleine Rolle in „Singapure Sue“ bei Paramount engagiert – dies bedeutete den Beginn seiner Filmkarriere.

Seine Filme

Er bekam einen Fünfjahresvertrag, kam 1932 nach Hollywood und nannte sich nach ein paar Vorschlägen Cary Grant. Seine nächsten Filme waren „This Is The Night“ (Madame verliert ihr Kleid) und „Sinners in the Sun“. Seine erste bedeutende Rolle erhielt er in „Blonde Venus“ (1932) an der Seite der großen Marlene Dietrich. Neben Mae West spielte er 1933 in „She Done Him Wrong“ (Sie tat ihm unrecht) – der Film wurde ein Erfolg. Es folgten viele weitere mehr oder weniger erfolgreiche Filme wie beispielsweise „The Amazing Quest“ und „Sylvia Scarlett“ (ein Flop). Nach ein paar Jahren beschloss Cary Grant, freischaffend und ohne Studioverträge zu arbeiten. Unter seinen vielen Filmen ist vor allem „The Awful Truth“ (Die schreckliche Wahrheit, 1937) zu nennen, der sein erster großer Erfolg wurde. Der Film bekam 6 Oscarnominierungen, Cary Grant als Hauptdarsteller wurde aber leider nicht damit bedacht. Der nächste nennenswerte Film war „Bringing up Baby“ (Leoparden küßt man nicht, 1938) mit Katherine Hepburn, der sehr gute Kritiken bekommen hat. Der erste kommerzielle Erfolg war seinen Biographien zufolge „Topper takes a Trip“ (Topper geht auf Reisen, 1939). 1941 wurde er für den Film „Penny Serenade“ (Akkorde der Liebe) für den Oscar nominiert. Der Alfred Hitchcock-Film „Suspicion“ (Verdacht, 1941) wurde ebenso für den Oscar nominiert, aber leider nicht Cary Grant. Die nächsten Filmerfolge waren „The Talk of the Town“ (Zeuge der Anklage, 1942), „Arsenic and Olc Lace“ (Arsen und Spitzenhäubchen, 1944) von Frank Capra und „Night and Day“ (Tag und Nacht denk ich an Dich, 1946), der bis dahin größte kommerzielle Erfolg. Der Romantik-Thriller „Notorious“ (Berüchtigt, 1946) mit Ingrid Bergman wurde wieder unter der Regie des Meisters Alfred Hitchcock produziert. Weitere Erfolge kamen: „Bachelor and the Bobby-Soxer (So einfach ist die Liebe nicht, 1947), „I Was a Male War Bride“ (Ich war eine männliche Kriegsbraut, 1949) – wurde in Deutschland gedreht, „Monkey Business“ (Liebling, ich werde jünger, 1952) und „To Catch a Thief“ (Über den Dächern von Nizza, 1955). In letzterer Hitchock-Verfilmung spielte Cary Grant an der Seite der bezaubernden Grace Kelly. Der nächste Erfolg war „An Affair to Remember“ (Die große Liebe meines Lebens, 1957) und mit Ingrid Bergman spielte er in Stanley Donens Streifen „Indiscreet“ (Indiskret, 1958). Wiederum ein Erfolg wurde der Hitchcock-Streifen „North by Northwest“ (Der unsichtbare Dritte, 1959) und Blake Edwards „Operation Petticoat“ (Unternehmen Petticoat, 1959). Nach dem Flop „The Grass Is Greener“ (Vor Hausfreunden wird gewarnt, 1962) wurde „That Touch of Mink“ (Ein Hauch von Nerz, 1962) ein Kassenschlager. Alle Kassenrekorde brach die Stanley Donen-Produktion „Charade“ 1963 mit Audrey Hepburn. Dieser Rekord wurde jedoch von „Father Goose“ (1964) noch gebrochen. Cary Grants letzter Film wurde 1966 in Japan gedreht: „Walk Don´t Run“ (Nicht so schnell mein Junge). Nach diesem letzten Erfolg zog er sich vom Filmgeschäft zurück.

Nach seiner Filmkarriere wurde er Mitglied beim Kosmetikkonzern „Fabergé“ und tourte mit seiner Tochter Jennifer durch die Welt. Ab 1974 gehörte er der Geschäftsleitung der Western Airlines an, 1975 wurde er einer der MGM-Direktoren. Außerdem unterstützte er den World Wildlife Fund und Variety Clubs International. Zudem hat er sich für die Zeit von 1982-1986 für eine Vortragsreise verpflichtet, die ein Riesenerfolg wurde.

Liebeleien, Affären und fünf Ehen

„Um Erfolg beim anderen Geschlecht zu haben, sagen Sie ihr, Sie wären impotent. Sie wird es nicht abwarten können, das Gegenteil zu beweisen“, soll Cary Grant gesagt haben. Er war für seine Affären – auch während seiner Ehen – bekannt. In erster Ehe war er mit der Schauspielerin Virginia Cherril von 1934 bis 1935 verheiratet. Er hatte sie während Dreharbeiten kennengelernt. Als sie sich trennten, zog er für lange Zeit bei Schauspielerkollegen Randolph Scott ein, was ihm den Ruf eines Bisexuellen einbrachte. Von 1942 bis 1945 war er mit der Woolworth-Millionenerbin Barbara Hutton verheiratet, danach folgte von 1949 bis 1962 eine Ehe mit Betsy Drake. Während dieser Zeit machte er seiner Kollegin Sophia Loren, mit der er eine Affäre hatte, zwei vergebliche Heiratsanträge. Mit der amerikanischen Schauspielerin Dyan Cannon war er von 1965 bis 1968 vermählt. Dieser Verbindung entstammt Grants einziges Kind: Jennifer Grant, geb. 1966, bekannt u.a. durch ihre Rolle als Celeste Lundy in „Beverly Hills, 90210“. Er nannte seine Tochter seine „Beste Produktion“. Bei deren Geburt war Cary Grant bereits 62 Jahre alt. Dyan Cannon hat übrigens u.a. in der Fernseh-Serie „Ally McBeal“ mitgespielt. Dyan versuchte nach dem Aus Cary in den Medien mit Gewaltvorwürfen und seiner LSD-Konsumation unmöglich zu machen. Cary Grants Aussage zu Scheidungen: „Scheidung ist ein Spiel, das von Anwälten gespielt wird.“ Seine fünfte Ehe dauerte bis zu seinem Tod im Jahre 1986. Er hatte die um mehr als 40 Jahre jüngere Barbara Harris, Presse-Chefin des Lancaster Hotels in London, 1981 geheiratet.

Selbstfindungstrip

Seinen Erfolg hatte Cary Grant neben seinen darstellerischen Leistungen seiner steifen englischen Haltung eines Gentlemans, seinem markanten attraktiven Gesicht, seiner stattlichen Erscheinung und seinem Humor zu verdanken. Er hatte fast dreißig Jahre lang ausschließlich Hauptrollen gespielt. Aufsehen erregte die Bekanntwerdung seines LSD-Konsums in den Fünfziger-Jahren. Unter ärztlicher Aufsicht hatte er mit Zuhilfenahme von LSD, das damals legal war und dessen negative Nebenwirkungen noch nicht bekannt waren, sich selbst finden wollen. Seinen Frauen zufolge war er auch im Privatleben nie er selbst. „Wer Cary Grant ist? Sagen Sie es mir, wenn Sie´s rausgefunden haben!“ oder „Jeder möchte Cary Grant sein. Ich selbst auch!“ sind Sätze, die von ihm überliefert sind.

Cary Grant war bis zuletzt aktiv: An dem Abend Ende November des Jahres 1986, an dem er zusammenbrach und 82-jährig an den Folgen eines Schlaganfalls starb, bereitete er sich auf einen Auftritt im Rahmen seiner Vortragsreise in Davenport, Iowa, vor.


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