Die englische Schriftstellerin Joanne Rowling – heute reicher als die Queen – hat vor zehn Jahren noch von der Hand im Mund gelebt. Die Erfindung des Zauberschülers „Harry Potter“ machte sie jedoch mit einem Schlag berühmt. Sieben Bände waren von Anfang an geplant und nun ist sie bei ihrem siebenten angelangt. Wie es wohl mit Mrs. Rowling danach weitergeht?
Steiler Aufstieg mit einer zündenden Idee
Joanne wurde am 31. Juli 1965 als erstes Kind von Rolls Royce-Manager Peter Rowling und seiner Frau Anne, einer Laborassistentin, im englischen Yate, Gloucestershire, geboren. Zwei Jahre später folgte Schwesterchen Dianne. Ihre erste Geschichte schrieb sie bereits mit sechs Jahren – Hauptfiguren waren ein kranker Hase und eine große Biene. Mit neun Jahren schrieb sie eine weitere Geschichte über sieben verschwundene Diamanten. Nach dem Besuch einer Gesamtschule studierte sie die Fächer Französisch und Altphilologie an der Universität von Exeter. In dieser Studienzeit war sie ein Jahr lang in Paris als Teaching Assistant tätig. Sie arbeitete danach u.a. eine Zeit lang als Recherche-Assistentin bei Amnesty International in London und schrieb zwei Erwachsenen-Romane, die sie jedoch nie veröffentlichte und angeblich sogar vernichtete. 1991 zog sie nach Portugal, um dort Englisch als Fremdsprache zu unterrichten. Sie heiratete 1992 den portugiesischen Fernsehjournalisten Jorge Arantes. 1993 kam ihre Tochter Jessica auf die Welt. Ein paar Monate später ließen sie sich scheiden und Joanne kehrte mit ihrem Baby zurück nach England. Bereits 1990 hatte sie die erste Idee zu „Harry Potter“ gehabt, doch erst 1995 vollendete sie ihr Werk, das sie eigentlich nur für sie selbst geschrieben haben will. Weitere zwei Jahre dauerte es, bis der erste „Harry Potter“-Band mit einer Auflage von nur 500 Exemplaren erschien. Danach ging es Schlag auf Schlag: Ein amerikanischer Verlag ersteigerte die US-Rechte am Buch um sagenhafte 105.000 Dollar, weitere Angebote liefen ein, das zweite Buch wurde dann schon mit 10.150 Exemplaren in Großbritannien aufgelegt. Ab dem dritten wurde die Weltöffentlichkeit dann endgültig hellhörig.
Der 7. und letzte Band
Mittlerweile sind sechs Bände mit Harry Potters Erlebnissen auf den Markt gekommen. In 63 Sprachen sind sie bereits erschienen: Darunter nicht nur auf Chinesisch, Russisch und Japanisch, sondern auch auf Zulu! Der siebente Band wird in englischer Sprache am 21. Juli 2007 (deutsche Ausgabe ab 27.10.2007) erscheinen. Potter-Fans können es kaum erwarten und haben Angst, Joanne Rowling könnte ihren Liebling im letzten Band „Harry Potter and the Deathly Hallows“ sterben lassen.
Joannes literarische Vorbilder
Auf dem ersten herausgegebenen Buch wurde Joannes Vorname nicht ausgeschrieben, weil Jungs angeblich ungern Bücher von Frauen lesen. Die Schreibweise „J.K. Rowling“ wurde dann auch weiterhin beibehalten. Die Filmrechte für ihre Bücher hat Joanne Rowling nur unter der Bedingung verkauft, dass es kein Zeichentrickfilm wird, dass keine amerikanischen Schauspieler die Rollen spielen und - sie verhandelte sich Mitspracherecht am Drehbuch aus. Für einen Band benötige sie etwa ein Jahr – und das sei noch schnell. Neben den Harry Potter-Büchern hat sie auch noch zwei weitere Bücher geschrieben: „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ sowie „Quidditch im Wandel der Zeiten“. Das Honorar für diese beiden Bücher kommt der englischen Organisation „Comic Relief“ für Hilfsprojekte in der ganzen Welt zugute. Joannes Lieblingsautorin ist die englische Schriftstellerin Jane Austen (1775-1817) und der irische Schriftsteller und Drehbuchautor Roddy Doyle (geb. 1958). Joanne selbst schreibt noch immer gerne ihre Entwürfe mit der Hand.
Privates Glück im zweiten Anlauf
Die geniale Kinderbuchautorin hat 2001 zum zweiten Mal geheiratet: Diesmal den Arzt Neil Murray, mit dem sie nun zwei Kinder hat: David Gordon wurde 2003, Mackenzie Jean 2005 geboren. Sie leben mit den insgesamt drei Kindern in Schottland.
In einem Interview mit Amazon.com wurde sie gefragt, warum sie Autorin werden wollte. Ihre Antwort: „Wenn mich jemand nach dem Rezept für Glück fragen würde, würde Schritt 1 sein, herauszufinden, was man am liebsten tut, und Schritt 2 jemanden zu finden, der einen dafür bezahlt. Ich schätze mich glücklich, tatsächlich vom Schreiben leben zu können.“ Sie will nach dem siebenten Band nun angeblich dennoch mit dem Schreiben aufhören, denn sie verabscheue den Rummel, der um sie gemacht wird.
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