Dass man vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung verschiedene Angebote einholen und diese einem gründlich Vergleich unterziehen sollte, ist für die meisten Interessenten eine Selbstverständlichkeit. Oft wird dieser Vergleich allerdings auf die zwei Punkte reduziert, die man von anderen Versicherungen kennt:
1. Die Leistungen
2. Der Preis
Das greift aber deutlich zu kurz! In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Krankenversicherung deutlich von vielen anderen Versicherungsarten. Während man eine KfZ-Versicherung jährlich wechseln kann, wird man eine Krankenversicherung im Optimalfall für das ganze Leben abschließen.
Wer da auf einen reinen Preis-/Leistungsvergleich setzt, geht ein hohes finanzielles Risiko ein.
Wieso reicht ein reiner Vergleich von Preis und Leistungen bei der privaten Krankenversicherung nicht?
Entscheidend ist nicht so sehr der Beitrag, der für eine private Krankenversicherung heute fällig wird - da haben die meisten Gesellschaften etwas “Günstiges” im Portfolio. Die Qualität einer Versicherung offenbart sich in vielen Jahren. Wer sich zum Beispiel mit 30 privat versichert, wird sich glücklich schätzen, wenn er seine Beiträge auch mit 60 (immerhin 30 Jahre später) noch bezahlen kann.
Abweichungen von 10 oder 20 Prozent zum Zeitpunkt des Abschlusses, sind - wenn man sich die Beitragsentwicklungen der Vergangenheit anschaut - innerhalb solcher Zeiträume Peanuts. Die steigenden Gesundheitskosten gehen auch an den privaten Krankenversicherungen nicht spurlos vorbei. Der Beitrag wird also zwangsweise steigen. Die Frage ist nur: wie stark?
Was sollte man beim Vergleich der privaten Krankenversicherung unbedingt beachten?
Und hier entscheiden sich die Tarife und Gesellschaften ganz erheblich. Auch wenn niemand hellseherische Fähigkeiten besitzt, gibt es einige Dinge, die man sich anschauen kann, um die schlimmsten Tarifkatastrophen aus dem Vergleich zu kegeln.
1. Altersrückstellungen
Die Altersrückstellungen einer Gesellschaft / eines Tarifes geben einen Anhaltspunkt dafür, wie die Gesellschaft in der Vergangenheit gewirtschaftet hat. War sie in der Lage, Rücklagen zur Abfederung der steigenden Gesundheitskosten im Alter zu bilden?
2. Beitragshistorie
Die vergangene Performance - im Vergleich mit ähnlichen Tarifen - lässt erkennen, wie gut die Gesellschaft in der Lage war, die Beitragssteigerungen in Grenzen zu halten. Aussagekräftig sind diese Charts natürlich nur, wenn die Gesellschaft UND der Tarif über eine ausreichende Historie verfügen. Junge Tarife sind immer ein Glücksspiel.
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