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Sharon Stone

Sharon Stone – Eine „Zicke“ mit Herz

Sie nähert sich gefährlich dem Fünfziger, doch das hindert sie nicht daran, sich hüllenlos vor der Kamera zu räkeln. Mit der Figur einer Mittzwanzigerin kann sie sich das aber auch leisten. Im Kinostreifen „Basic Instinct 2“, der im März letzten Jahres in den Kinos angelaufen ist, spielt sie wie 14 Jahre zuvor die sexgierige Mörderin Catherine Tramell. Der Erotik-Thriller, dessen Dreh sie bei den Produzenten mit der Drohung einer Klage erzwungen hat,  hat sich allerdings zu einem Flop entwickelt und vier „Goldene Himbeeren“ eingefahren.

Sharons einfache Wurzeln

Als Sharon Vonne Stone wurde sie im März des Jahres 1958 in Meadville (Pennsylvania, USA) geboren. Ihr Vater verdiente als Fabriksarbeiter das Brot für die Familie, Mutter Dorothy war Hausfrau und Avon-Beraterin. Damals hat noch keiner geahnt, dass aus dem zweiten von insgesamt vier Kindern einmal eine der bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods und das Sexsymbol der 90-iger Jahre wird. Sich ihrer Schönheit sehr wohl bewusst, nahm sie an zahlreichen Schönheitswettbewerben teil und wurde mit 17 Miss Pennsylvania.

Sharon schlug vorerst jedoch keine Laufstegkarriere ein, sondern studierte Kreatives Schreiben und Kunstgeschichte. Immerhin kann sie einen IQ von 154 aufweisen. Zum Vergleich: Einstein hatte überliefertermaßen 150.

Nach ihrem Abschluss stieg sie dann doch ins Modelgeschäft ein und avancierte zum Starmodel. Obendrein wurden Werbeproduzenten auf sie aufmerksam und engagierten sie für kurze Spots.

Die Filme vor und nach „Basic Instinct“

Bekannt geworden durch ihre Werbespots, erhielt sie anno 1980 eine winzige Filmrolle in Woody Allens „Stardust Memories“. Einige unbedeutende Engagements in zweitklassigen Drehs folgten, bis sie 1983 ihre erste Hauptrolle bekam – in „Magnum“. 1985 und 1988 spielte sie in den zwei Quatermain-Filmen neben Richard Chamberlain.  1987 erhielt sie eine Rolle in „Police Academy IV“. 1988 in „Nico“ mit Steven Seagal. 1989 „Moon Trek“ mit Martin Sheen und Christian Slater. Ihre Rolle als abgebrühte Ehefrau im Arnold Schwarzengger-Streifen „Total Recall“ brachte ihr 1990 den weltweiten Durchbruch.

Der Erotik-Schocker „Basic Instinct“ im Jahre 1992 gemeinsam mit dem Weltstar Michael Douglas machte sie über Nacht zum Sexsymbol Hollywoods, zu einer der begehrtesten Schauspielerinnen international und bescherte ihr den „Golden Globe“. In der Folge nahm Sharon zahlreiche weitere Filmangebote an: „Sliver“ mit William Baldwin (1993), „The Specialist“ (1994) mit Sylvester Stallone und den Western „Schneller als der Tod“ (1995).

Einen weiteren „Golden Globe“ und eine Oscar-Nominierung erhielt sie für den Film „Casino“ 1995 an der Seite des Robert De Niro und Joseph Pesci. Es folgten weitere Filme wie beispielsweise „Last Dance“, „Gloria“, „Diabolisch“ (1996), „Sphere“ (1998), „The Mighty“ (1998) und  „Women Love Women“ (2000). 2004 spielte sie in „Catwoman“ neben Halle Berry, 2005 in „Broken Flowers“ mit Bill Murray. Außerdem hatte  Sharon Stone zuletzt eine kleine TV-Serie namens „Nightmares and Dreamscapes: From the Stories of Stephen King“ am Laufen. Überdies war ein Streifen namens „Bobby“ in Produktion.

Den riesigen Erfolg von „Basic Instinct“ konnte sie nicht mehr wiederholen.
„Basic Instinct 2“, der Ende März 2006 in die deutschsprachigen Kinos kam, wird von Kritikern als „langweilig“ verrissen und floppte in den USA wie auch in Deutschland. Die Kinobesucher scheinen sich nicht mehr für eine Fortsetzung des damaligen Aufregers zu interessieren. „Verbotene“ Einblicke wie etwa damals zwischen Sharons gespreizte Beine ohne Unterhöschen sind heutzutage in den Kinos kein Skandal mehr.

Huldigungen für ihr Können

1993 wurde sie mit dem MTV Movie Award für „Basic Instinct“ in der Kategorie „Best Female Performance“ und „Most Desireable Female“ ausgezeichnet. 1995 bekam sie den „Women in Film Crystal Award“ verliehen, 1996 den „Golden Globe“ für „Casino“. 2000 erhielt sie den „Lucy Award“. 2003 bekam sie einen Stern auf dem berühmten “Walk of Fame”. 2004 erhielt sie den „Emmy Award“ für einen Gastauftritt in der „The Practice“. Nun, 2007, verpasste man ihr allerdings die „Goldene Himbeere“ für ihre schlechte darstellerische Leistung in „Basic Instinct 2“. Drei weitere Himbeeren bekam der Film für den „Schlechtesten Film“, das „Schlechteste Drehbuch“ und die „Schlechteste Folge“.

Allrounderin Sharon

Ein zweites wirtschaftliches Standbein neben ihrer Karriere als Filmschauspielerin hat Sharon Stone sich 1995 mit der Gründung einer Produktionsfirma namens „Chaos Productions“ geschaffen.
Seit Herbst 2005 macht sie außerdem Werbung für eine „Anti-Aging-Linie“ des Kosmetik-Konzerns „Christian Dior“ und neuesten Berichten zufolge soll Mrs. Stone es auch als Sängerin probieren zu wollen. Zusätzlich scheint der „Playboy“ Interesse an Nacktfotos von Sharon bekundet zu haben. Eine Annahme dieses Angebots schließt sie nicht rigoros aus.

Drei Ehen – allesamt gescheitert

Sharon wurde einmal zitiert, sie könne jeden Mann auf der Welt haben. Anscheinend wollen die Männer sie aber doch  nicht … Zumindest scheint die schöne Schauspielerin kein Glück in der Liebe zu haben. Sie trachtet ihren Männern zwar nicht wie in „Basic Instinct“ nach dem Leben, aber dennoch scheint etwas an ihr die Männer in die Flucht zu schlagen.

In erster Ehe war sie mit dem Schauspieler George Englund Jr., dem Sohn der Oscar-Preisträgerin Cloris Leachman, verheiratet.

Von 1984-1987 teilte der Produzent Michael Greenburg mit ihr das Ehebett. Greenburg ist durch seine mit Richard Dean Anderson gegründete Produktionsfirma „Gekko Film Corporation“ („Mac Gyver“, „Star Gate SG1“) bekannt.

1998 heiratete Sharon den Verleger des „San Francisco Chronicle“ Phil Bronstein, der 2004 die Scheidung einreichte. Der smarte Bronstein bezeichnete Sharon als „rüde und hart“. Sie selbst gab kurz nach der Scheidung zu, sich in dieser Ehe wie eine „Zicke“ benommen zu haben. Ihre Allüren hätten ihre Ehe ruiniert. Diese Einsicht kam eindeutig zu spät.

Auch keiner der nachfolgenden Liebhaber und Lebensgefährten hielt sich lange. Inzwischen ließ Sharon mit der Meldung aufhorchen, ihre Vorliebe für junge Männer entdeckt zu haben. Im Frühjahr des Jahres 2005 gingen freizügige Fotos der barbusigen Sharon auf Bora Bora durch die Boulevard-Presse. Natürlich urlaubte sie dort nicht allein. Die Begleiter wechselten allerdings schon nach zwei Tagen.

Nicht gut Kirschen essen

Einige Menschen, die der Diva näher kamen oder mit ihr zusammen arbeiten mussten, sprechen eine nicht sehr schmeichelhafte Sprache über sie. Der Starfotograf Richard Avedon tat  beispielsweise nach heftigen Auseinandersetzungen im Rahmen einer Fotosession kund, sie habe kein Interesse an ihren Mitmenschen und ihrer Umgebung, sie interessiere sich nur für ihren Effekt auf andere.

Am Set sei sie zickig, berichteten wiederum Kollegen, die mit ihr drehten. Sie wäre zu spät zu den Dreharbeiten gekommen, hätte auf Änderung der Dialoge bestanden und hätte sogar einmal einen Anruf vor laufender Kamera entgegen genommen. Desgleichen hätte sie ständig  wegen Kleinigkeiten herumgenörgelt. Außerdem behauptet sie von sich  „grausam“ intelligent zu sein, geht andererseits freilich nicht ungern mit ihrem hohen Intelligenzquotienten hausieren.

Im Jahre 2004 klagte sie angeblich einen Schönheitschirurgen, der behauptet hatte, sie sei unter seinem Messer gelegen. Er würde damit ihren Ruf als Naturschönheit und damit ihre Karriere gefährden. Schönheits-Operationen lehnt sie ab – lieber sähe sie aus wie ein ungemachtes Bett, hat man sie verlauten hören.

Operiert musste sie in der jüngeren Vergangenheit trotzdem werden. Im Herbst 2001 hatte sie eine Gehirnblutung erlitten, deren Ursache man nicht wirklich erforschen konnte. Ihre weitere Karriere war damals in Frage gestellt, doch eine Operation verhalf ihr wieder zur vollständigen Genesung.
Die Ärztevereinigung von Nordkalifornien mutmaßte aufgrund von Studien einen Zusammenhang zwischen Sharons übermäßigem Körpertraining und der Hirnblutung und schuf einen neuen Begriff für Menschen über 40, die übertriebene Fitness betreiben und dafür die Rechnung in Form von gesundheitlichen Gebrechen präsentiert bekommen: Das Sharon-Stone-Syndrom.

Ein Herz für Kranke, Kinder und Obdachlose

Ihre weiche Seite zeigt sie im Familienleben. Gemeinsam mit Phil Bronstein hat sie den 2000 geborenen Roan Joseph Bronstein adoptiert. Nach der Scheidung von Bronstein hat sie noch einen zweiten Sohn namens Laird Vonne Stone im Mai 2005 bei sich aufgenommen. Die Mutter des Jungen war eine ihr unbekannte Texanerin. Auf die Frage, warum sie keine eigenen Kinder habe, antwortete sie, dass sie dafür schon zu alt gewesen sei. Immerhin war sie bei der Adoption des Roan Joseph schon über 40. Bei der Adoption des zweiten Kindes war sie bereits 47 und hatte keinen Lebenspartner. Sie halte die Adoption für eine wundervolle Einrichtung.

Für hungrige und vernachlässigte Kinder setzt sie sich außerdem über die Stiftung „Planet Hope“ ein. Nebenbei unterstützt sie zudem Obdachlose und sammelt seit 1995 Spenden für die AIDS-Forschung (AMFAR - American Foundation for AIDS Research). Neben dem Kampf gegen Aids ist ihr ebenso das Fortschreiten der Erforschung von Brustkrebs wichtig.

Zugunsten der Tsunami-Opfer wirkte Sharon 2005 als Co-Autorin beim Benefiz-Song „Come Together Now“.

Man muss ihr obendrein zugestehen, dass sie mit ihrem Beispiel Schauspielerinnen ab 40 Mut macht, sich von Produzenten nicht mit Rollen als Großmütter und böse Schwiegermütter abspeisen zu lassen und sie zeigt den  Frauen überall in der Welt auf, dass man mit schon bald 50 noch immer attraktiv und sexy sein kann.


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