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Merkels Kritik an Israel ist richtig – ein Kommentar von Ulrich Reitz

Wie berechtigt ist Merkels Kritik an Israel nachdem sie das Existenzrecht Israels zur deutschen Staatsräson erklärt hatte? Das fragte sich heute Ulrich Reitz – Chefredakteur der WAZ.

Angela Merkel (Archivbild: Bundestag / Thomas Trutschel / photothek.net)

Angela Merkel (Archivbild: Bundestag / Thomas Trutschel / photothek.net)

Essen (ots/WAZ) – Die Bundeskanzlerin hat das Existenzrecht Israels zur deutschen Staatsräson erklärt. So weit ist noch kein deutscher Regierungschef gegangen. Jetzt greift Angela Merkel Israel wegen seiner Palästina-Politik so hart an wie noch kein deutscher Regierungschef vor ihr.

Wie geht das zusammen?

Es sind zwei Seiten derselben Medaille. Wer sich so wie die Bundesregierung an die Seite Israels stellt, hat nicht nur das Recht, besorgt zu sein, wenn Israel selbst seine Sicherheit gefährdet. Nichts anderes passiert gerade.

Die Vereinten Nationen werten Palästina diplomatisch durch einen Beobachterstatus bei der Völkergemeinschaft auf – und Israel reagiert mit Sanktionen. Das gefährdet nicht nur den Nicht-Frieden mit den Palästinensern, sondern brüskiert auch die Staatengemeinschaft. Das gilt ebenso für Israels Siedlungspolitik. Die Regierung Netanjahu bricht ein Versprechen an die USA und macht eine Zwei-Staaten-Lösung unmöglich. Die grundsätzliche Unterstützung Israels heißt nicht, die gefährliche Politik der Regierung Netanjahu einfach hinzunehmen. Das wird Merkel dem israelischen Regierungschef auch persönlich sagen. Gut so.

Sebastian Fiebiger (): Schöner Kommentar, dem ich mich anschließen kann. Kritik an Israel muss genauso möglich sein wie Kritik an anderen Verbündeten, bspw. den USA.

Freundschaft heißt nämlich auch, sich gegenseitig ehrlich die Meinung sagen zu können. Und eine Verbundenheit mit dem israelischen Volk ist noch lange kein Persilschein für die israelische Spitzenpolitik.

       
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