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Piratin Julia Schramm – Keine Strafe für kopiertes Buch

Julia Schramm (Foto: Tobias M. Eckrich | Piratenpartei)

Julia Schramm (Foto: Tobias M. Eckrich | Piratenpartei)

Es hat viel Kritik gehagelt für ein Buch, das bestenfalls durchschnittlich und belanglos ist.

Julia Schramm – Bloggerin und Vorstandsmitglied der Piratenpartei – veröffentlichte am Montag ihr Erstlingswerk “Klick Mich. Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin”. Das Buch dreht sich weniger um Politik als viel mehr um den Lebensstil einer Generation, für die der Internetzugang so wichtig wie die Luft zum atmen ist. Schramm gewährt dabei einen ganz persönlichen Blick auf die Generation Online.

Buch illegal kopiert

Schon kurz nach der Veröffentlichung war das Buch im Netz zu finden. Unbekannte hatten die digitale Version des Werks auf einen Filehoster hochgeladen – nach geltendem Recht eine klare Urheberrechtsverletzung. Der Verlag schritt ein und ließ die Datei entfernen.

Alles okay soweit. Wenn, ja wenn Julia Schramm nicht Piratin wäre und sich in der Vergangenheit kritisch zum Urheberrecht und zum geistigen Eigentum geäußert hätte. Das fällt ihr jetzt auf die Füsse. Das Netz tobt. “Alle sollen ihre Arbeit verschenken. Nur für Piraten selbst gilt das offenbar nicht.” ist der Tenor des Shitstorms, der über die Jungautorin hereinbricht.

Das sagt Julia Schramm zu den Vorwürfen

Die gibt sich bislang entspannt. Sie habe mit Kritik gerechnet, gibt sie im Interview mit der “Welt” zu Protokoll. Zum kolportierten Vorschuss von 100.000 Euro äußert sich Schramm zurückhaltend. Sie habe sich mit dem Verlag darauf verständigt, die Summe nicht offenzulegen. Im gleichen Atemzug teilt sie gegen Alt-Bundespräsident Wulff aus “Sagen wir es so: Ex-Bundespräsident Christian Wulff bekommt mit seinem Ehrensold von 200.000 Euro fürs Nichtstun mehr als ich.”

Gelbe Karte statt Strafzahlung

Die Löschung der Datei bezeichnet Schramm als “gelbe Karte”. Man habe bewusst auf eine hohe Strafzahlung verzichtet und leiste damit einen Beitrag zu künftigen Urheberrechtsdebatte. Schramm räumt ein, dass es eventuell besser gewesen wäre, sich mit dem Verlag auf einen Vertrag zu einigen, der eine kostenlose Veröffentlichung im Netz beinhaltet hätte.

Das schreiben Andere über Julia Schramm:

  • Golem: Geplapper einer Internet-Exhibitionistin
  • LHR Law: Ekelhaftes geistiges Eigentum – kann passieren
  • Karlshochschule:  Die vernetzte Gesellschaft: Die digitalisierte soziale Kontrolle
  • Schieb: Warum “Klick mich” doch ein gutes Buch ist
  • Gadgetguy: Julia Romney – Klick Mich #nicht

Sebastian Fiebiger (): Viel Wind um nichts!

Kritiker der Piratenpartei nutzen die Gelegenheit, Julia Schramm im speziellen und der Partei im allgemeinen eine Doppelmoral zu unterstellen.

Dabei greift die Kritik zu kurz. Die Piraten haben stets betont, dass eine Aufweichung des Verwertungsrechts nur dann sinnvoll sei, wenn man andere Modelle zu Vergütung von Künstlern findet. Die Kulturflatrate wurde als Beispiel für ein solches Modell diskutiert.

       
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