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Politiker: Nationalspieler müssen Hymne singen

Mesut Özil (Deutsche Nationalmannschaft), Pressefoto Ulmer, dts Nachrichtenagentur

Foto: Mesut Özil (Deutsche Nationalmannschaft), Pressefoto Ulmer, dts Nachrichtenagentur

Mehrere Politiker sprechen sich dafür aus, dass das Singen der Nationalhymne zur Pflicht für Spieler der Nationalmannschaft wird.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem Halbfinal-Aus bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) eine Hymnen-Pflicht für die deutschen Nationalspieler gefordert. “Es sollte zum guten Ton gehören, dass die Spieler die Hymne mitsingen. Sie spielen schließlich für die deutsche Nationalmannschaft und nicht für sich selbst. Peinlich genug, dass wir darüber diskutieren müssen, eigentlich müssten die Spieler von selbst darauf kommen”, so der CDU-Politiker gegenüber der “Bild-Zeitung” (Montagausgabe).

Fußball-Legende Franz Beckenbauer sagte dem Blatt, dass die Begeisterung schon vor dem Anpfiff einsetzen müsse. “Dabei hilft gemeinsames, lautes Singen. Bei der Hymne vor meinem ersten Spiel als DFB-Teamchef 1984 kauten unsere Spieler Kaugummi oder guckten in die Luft. Die Argentinier dagegen sangen aus vollem Herzen – und gewannen 3:1. Da habe ich den Text unserer Hymne an die Spieler verteilen lassen und die Singpflicht eingeführt. So wurden wir 1990 Weltmeister”, betonte Beckenbauer.

Wer für Deutschland spielt, muss die Hymne singen

Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) erklärte, er habe sich “schon sehr geärgert, dass nicht alle Spieler unsere Hymne mitgesungen haben. Wer für Deutschland spielt, sollte das Deutschlandlied singen können. Hier kann das Team von anderen Nationen lernen.” CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl findet es hingegen “geradezu beschämend, dass nicht alle Spieler unsere Hymne mitsingen. Wer in der Nationalmannschaft spielt, muss die Nationalhymne singen, egal ob er einen Migrationshintergrund hat oder nicht”, forderte Uhl. Grünen-Chef Cem Özdemir hält dagegen nichts von einer Hymnen-Pflicht. “Ich singe die Nationalhymne mit – andere nicht. Das Schöne an unserem Land ist: Das darf jede und jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt ja schließlich keine Mitsingpflicht! Die entscheidendere Frage ist für mich aber: Wie holen wir endlich auch mal wieder den Titel? Das treibt mich mehr um als die Frage, wer singt und wer nicht”, erklärte der Grünen-Politiker.

Das schreiben Andere zu Fußball und Patriotismus:

Sebastian Fiebiger (): Mich hat es auch sehr geärgert, dass gerade die Spieler mit Migrationshintergrund nicht mitgesungen haben.

Wer für Deutschland bei den großen Turnieren antritt, sollte zu 100% hinter unserem Land stehen und auch die Nationalhymne singen.


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Kommentare:
  • waddi

    Irgendwie ist es immernoch ein Kneifzangenthema, wenn man sieht wie andere Nationen ihre Hymne feiern, dann ist es schade, wenn unsere Jungs ihre Lippen nicht aufbekommen. Ist aber alles sehr individuell zu sehen.

  • Manuel Wolff

    Da habt ihr ja ein schönes Sommerlochthema gefunden. Sorry, aber wenn man denkt, dass es am Nationalhymnen-Singen liegt, ob man ein Fußballspiel gewinnt oder nicht, dann ist man bescheuert.

    Als ob es nichts wichtigeres gibt, als blöden, saudummen Nationalismus.

    Und Fußball ist nur ein Spiel, verammt noch mal. Kein Krieg. Und Deutschland sollte keine Kriege führen. Ein drittes Mal wäre doof.

  • Sebastian (Redaktion)

    @manuel

    Krieg und Nationalismus verbinde ich überhaupt nicht mit unserer Hymne.

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