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Syrien: Assad verfügt vermutlich über einsatzfähige Biowaffen

Bashar al-Assad (Foto: UN Photo / Eskinder Debebe)

Bashar al-Assad (Foto: UN Photo / Eskinder Debebe)

Einem Bericht der “Welt” zufolge verfügt Syrien über einsatzfähige Biowaffen. Eine Bedrohungsszenario, das Experten bislang bezweifelt haben, Barack Obama aber auf die Agenda gesetzt hat.

Damaskus – Nach Informationen der “Welt” verfügt Syriens Diktator Assad nicht nur über ein umfassendes Chemie-Waffenarsenal, sondern auch über zahlreiche biologische Kampfstoffe. In einem Beitrag für die “Welt” schreibt der Waffenexperte Hans Rühle, das Regime in Damaskus arbeite an einsatzfähigen Erregern von Milzbrand, Pest, Tularemia (Hasenpest), Botulinum, Cholera, Ricin, Kamelpocken, Blattern und Aflatoxin. Einige Stoffe seien schon getestet worden, zum Teil stammten sie aus sowjetischen Forschungen, welche die Kampfstoffe schon bis zur industriellen Produktion und militärischen Einsatzbarkeit fortentwickelt hätten.

Bisher galten die syrischen Forschungen als nicht praxistauglich. US-Präsident Obama hatte Syrien am Montag jedoch vor dem Einsatz nicht nur chemischer, sondern auch biologischer Waffen gewarnt. Rühle, in den 80er-Jahren Leiter des Planungsstabes im Bundesverteidigungsministerium, stützt sich bei seinen Ausführungen auf Geheimdiensterkenntnisse und einschlägige Forschungen.

Biowaffen aus der ehemaligen Sowjetunion

Demnach seien die Materialien und das Fachwissen für das Biowaffen-Programm vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion nach Syrien gelangt, weiteres aus dem Irak und dem Iran, Nordkorea, und Südafrika. Das syrische Biowaffenprogramm sei vor allem auf einen Einsatz gegen Israel ausgerichtet, schreibt Rühle. Nach den bisher verfügbaren Erkenntnissen scheine dabei vor allem eine Schwächung der israelischen Kampfkraft durch Erkrankung der Soldaten im Zentrum zu stehen. Auch ein Einsatz gegen die Zivilbevölkerung sei möglich, da Syrien über Kampfstoffe verfüge, die durch gängige Wasser- und Luftfilter nicht gestoppt werden könnten. Auch Präsident Obama hatte in seiner Warnung an Damaskus gesagt: “Es betrifft unsere engen Verbündeten in der Region, darunter Israel. Es betrifft uns.” [dts Nachrichtenagentur]

Sebastian Fiebiger (): Bei der Einordnung solcher Berichte muss man sehr vorsichtig sein.

Das Beispiel Irak hat gezeigt, dass solche Bedrohungsszenarien oft als Kriegsgrund herhalten müssen. Wohl auch deshalb, weil sie weltweit Angst schüren.

Barack Obama steht unmittelbar vor Präsidentschaftswahlen und in dieser Situation hat sich ein harter außenpolitischer Kurs bislang bewährt.


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Kommentare:
  • Semih Akalin

    nur weil obama sowas gesagt hat muss es nicht stimmen. dieses jahr ist auf der welt echt viel passiert. mitlerweile shocken uns solche themen nicht mehr. es ist traurig.

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