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Zeitungssterben: Warum der Qualitätsjournalismus nicht mit der Zeitung stirbt

Nach dem Aus für die Financial Times Deutschland und der Krise der Frankfurter Rundschau murmeln die Medien einen mitleidigen Nachruf auf den Qualitätsjournalismus. Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Foto: Javier Tuana | Photos.com

Foto: Javier Tuana | Photos.com

Sie haben uns jahrelang gequält:

  • mit ungeprüft kopierten, hölzernen Agenturmeldungen
  • tendenziöser Berichterstattung im Namen der heiligen Quote
  • links-liberaler Agitation jenseits des gesellschaftliche Kontext
  • dem eisernen Glauben daran, dass ein Journalist ohne jeglichen fachlichen Background über jedes Thema kompetent schreiben kann

Und jetzt sind sie gefickt! Zurecht!

Ich bin mir sicher, dass wir nach der laufenden Marktbereinigung einen besseren Journalismus haben als je zuvor. Auch auf die Gefahr, dass ich mit meinen Wiederholungen in einer klebrigen Endlosschleife ende:

Aber, das Nachrichtending ist offline vorbei! Ihr serviert zum Frühstück den kalten Kaffee von gestern. *schüttel*

Gefragt sind: Kommentare, Meinungen, Einordnungen, Hintergründe und Reportagen. Und genau da ist “online” auch keine echte Konkurrenz. Die 10-seitige Reportage wird weder online gelesen, noch ist sie da irgendwie sinnvoll monetarisierbar.

Leider ging die Entwicklung der letzten Jahren in die entgegengesetzte Richtung. Man hat die Kosten genau dort reduziert, wo man gegenüber Onlinemedien eigentlich einen Punkt hätte setzen können. Das beschleunigt den Niedergang.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch mutige Projekte, die den Hebel genau an der richtigen Stelle ansetzen. Es gibt Grund zur Hoffnung!

       
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Kommentare:
  • Anonymous

    Welche mutigen Projekte kennst Du?

  • Sebastian (Redaktion)

    Business Punk -> sehr enge Nische -> keine News -> echte Konzentration auf “die Menschen dahinter”.

    t3n -> IT fast ohne News. Artikelsammlung von Experten.

    View -> weitgehender Verzicht auf Text. So bekommt man selbst “Nachrichtliches” offline verkauft

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