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Zinsskandal: Aigner will, dass Deutsche Bank “reinen Tisch” macht

Deutsche Bank (Foto: Deutsche Bank)

Deutsche Bank (Foto: Deutsche Bank)

Deutsche Politiker fordern von der Deutschen Bank umfassende Aufklärung im Skandal um Zinsmanipulationen. Man sieht dabei vor allem den neuen Chef der Bank – Anshu Jain – in der Pflicht.

Berlin – Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat die Deutsche Bank aufgefordert, über ihre Rolle im Skandal um Zinsmanipulationen umfassend aufzuklären: “Die Deutsche Bank muss reinen Tisch machen, und zwar schnell. Die Vorwürfe sind schwerwiegend”, sagte das Mitglied des Bundeskabinetts dem “Handelsblatt” (Dienstagausgabe). “Ich begrüße es deshalb, dass die Aufsichtsbehörde BaFin eine Sonderprüfung eingeleitet hat”.

Wenn Zinssätze von Banken manipuliert würden, um ihre Handelsgewinne zu steigern, sei das grundsätzlich ein Skandal, sagte Aigner. “An Interbankenzinssätzen hängen Finanzprodukte mit einem Wert von etlichen Billionen Dollar – auch Sparkonten, Geldmarktfonds und Kredite.

Verbraucher zahlen Rechnung für Zinsmanipulationen

Es kann nicht sein, dass am Ende auch die Verbraucher die Rechnung dafür bezahlen sollen, dass einige skrupellose Händler die Zinssätze manipulierten”, sagte Aigner. Neben ihr forderten mehrere CDU-Politiker von Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain, für Aufklärung zu sorgen: “Es muss vollständig und zügig aufgeklärt werden, inwieweit deutsche Institute an den Zinsmanipulationen beteiligt waren. Hier sehe ich insbesondere auch den Chef der Deutschen Bank in der Verantwortung”, sagte Klaus-Peter Flosbach, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Anshu Jain hat Aufklärung versprochen

Kurt Lauk, Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, sieht ebenfalls den Chef der Deutschen Bank in der Pflicht: “Anshu Jain hat beim Wirtschaftstag vor wenigen Wochen versichert, er werde für Transparenz und Aufklärung sorgen. Ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln, dass er das auch tut”, sagte Lauk. Angemessene Zeit sollte man der neuen Führung der Deutschen Bank jedoch schon geben, sagte der CDU-Politiker. [dts Nachrichtenagentur]

Das schreiben Andere über die Deutsche Bank:

  • Die Börsenblogger: Deutsche Bank: Schafft es Anshu Jain (unbeschadet) durch den Libor-Skandal?
  • RP Online: Vermögenswerte gesunken – Deutsche Banken fahren US-Geschäft zurück
  • Der Westen: Deutsche Bank feuert angeblich 1000 Investmentbanker

Sebastian Fiebiger (): Ich rechne nicht mit bahnbrechenden Erkenntnissen im Zuge der “Aufklärung”. Kursmanipulationen an den Märkten sind ein bisschen wie Doping bei der Tour de France: Jeder macht es, Keiner spricht drüber und am Besten, man lässt sich nicht erwischen. Wird man doch erwischt, streitet man alles ab.

Diesen Dingen steht die Politik ziemlich machtlos gegenüber. Vor allem dann nicht, wenn sie – wie im Falle der Deutschen Bank – immer wieder die Kuscheldistanz zu den Vorständen sucht.


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