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    Homöopathie - Hokuspokus oder echte Heilmethode? » Gesundheit

    Sebastian FiebigerSebastian Fiebiger11.07.08↻ 14.10.24

    Hinweis: Dieser Artikel spiegelt nicht die Meinung der Reaktion wider. Wir glauben an die evidenzbasierte Medizin. Es gibt keine Belege für eine Wirksamkeit der Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus, der unseren Ansprüchen an Wissenschaftlichkeit genügt.

    Die Homöopathie gehört zu den zwar wissenschaftlich umstrittenen, sich aber immer mehr verbreitenden alternativen Heilmethoden.

    Es handelt sich um eine ganzheitlich ausgerichtete Reiztherapie, die nicht nur den körperlichen Zustand, sondern auch geistige und seelische Komponenten in die Behandlung mit einbezieht. Begründet hat sie der deutsche Arzt Dr. med. Christian Friedrich Samuel Hahnemann Ende des 18. Jahrhunderts.

    Anregung der Selbstheilungskräfte

    Ziel der Homöopathie ist es, mit einer stark verdünnten, bzw. "potenzierten" Medikamentengabe die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen, so dass er sich selbst heilt. Dabei gilt das Ähnlichkeitsprinzip, auch Simileprinzip genannt: ein Medikament, dass bei einem Gesunden bestimmte Symptome erzeugt, gilt als geeignet, Krankheiten zu heilen, die ähnliche Symptome hervorrufen. Kurzgefasst: Ähnliches ist durch Ähnlichem zu heilen (similia similibus curantur). Das bedeutet auch der Name der Methode: homoios ist das griechische Wort für "gleich", oder "ähnlich", pathos ist ebenfalls griechisch für "Krankheit" oder "Leid".

    Das Prinzip der Potenzierung von Medikamenten ist der hauptsächliche Stein des Anstoßes für Kritiker der Homöopathie. Ursprünglich wollte Hahnemann mit dem Verdünnen von Medikamenten in Wasser ihre Nebenwirkungen abschwächen. Denn er hatte bei Arzneimitteltests festgestellt, dass sie teils starke Nebenwirkungen hervorriefen. Also versuchte er, sie so weit wie möglich zu verdünnen. Dabei stellte sich heraus, dass die heilende Wirkung der Medikamente stärker wurde, wenn sie stärker verdünnt waren - sie wurden wirkkräftiger, "potenter".

    Die Verdünnungsgrade in der Homöopathie werden als D-, C-, Q- und LM-Potenzen bezeichnet. Eine D-Potenz bedeutet Verdünnung des Ausgangsstoffes im Verhältnis 1:10 (C=1:100, Q/LM=1:50.000). Ab einer Potenz von D23, C12 oder LM6 lässt sich mit herkömmlichen Messmethoden nicht einmal mehr ein Molekül des Medikaments im Wasser nachweisen.

    Wo nichts ist, kann auch nichts heilen, befinden die Kritiker, ungeachtet aller dokumentierten Heilerfolge. Sind homöopathische Mittel also nichts anderes als des Kaisers neue Kleider?

    Wirkt nur der Glaube, auch Placebo-Effekt genannt?

    Die Befürworte der Homöopathie sehen das anders. Das Potenzieren beinhaltet nicht nur ein Verdünnen, sondern auch ein so genanntes Dynamisieren des Ausgangsstoffes. Jeder Verdünnungsschritt ist mit einer bestimmten Anzahl von Verschüttelungsschlägen verbunden. Und die sollen die Wirkinformation des Medikaments auf das Wasser übertragen. Ob und wie das allerdings geschieht, ist noch unklar.

    Der Schweizer Chemiker Prof. Dr. Louis Rey versuchte 2003, genau diese Frage mit Hilfe der Thermolumineszenz zu klären: Er untersuchte die charakteristische Lichtabstrahlung von Eis aus reinem Wasser im Vergleich zu Wasser, das Natriumchlorid (Kochsalz), und Wasser, das Lithiumchlorid enthielt. Dann wiederholte er den Versuch, indem er Wasser mit homöopathisch verdünntem Natrium- bzw. Lithiumchlorid versetzte. Ergebnis: Obwohl zumindest rein rechnerisch die Verdünnung so stark war, dass das Wasser keine Salzmoleküle mehr enthielt, zeigten sich die charakteristischen Lichtabstrahlungen für die entsprechenden Salze.

    Hat das Wasser also doch eine Art Gedächtnis?

    ... das die Wirkung homöopathischer Hochpotenzen erklären könnte? Der Molekularbiologe Prof. Roeland van Wijk versucht seit 2005 in Testreihen am Internationalen Institut für Biophysik in Neuss, die Reys Ergebnisse zu reproduzieren. Die Auswertung erster Tests ergab ähnliche Befunde wie bei Rey; die Studie wird voraussichtlich im Frühjahr 2006 abgeschlossen. Dann wird man weitersehen.

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    Sebastian Fiebiger
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    Sebastian ist Dipl. Wirtschaftsinformatiker und arbeitet seit 1998 für verschiedene Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in Projekten zur Krebsforschung, ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin. Seit 2004 leitet er die Redaktion. - Profil

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