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    Vitamin-Überdosierung - Die gefährlichen Folgen » Gesundheit

    Sebastian FiebigerSebastian Fiebiger02.09.13↻ 11.10.242

    Kommt ein leidender Mensch in die Arztpraxis, so lautet die freundliche Frage des Mediziners oft "Was fehlt Ihnen denn?". Doch manchmal sollte der Doktor stattdessen lieber fragen "Was ist Ihnen denn zu viel?".

    Vitamine - Überdosierung ist gefährlich
    Vitamine - Überdosierung ist gefährlich (Foto: Elena Elisseeva | iStockphoto | Thinkstock)

    Denn inzwischen gibt es so viele Nahrungsmittel, die mit zusätzlichen Vitaminen angereichert sind, und so viele Vitaminpräparate als solche, dass man ganz schnell und unbeabsichtigt in eine klinisch relevante Vitaminüberdosierung kommen kann. Aber bei welchen Vitaminen kann das wirklich gefährlich werden? Und woran erkennt man konkret, dass man sich des Guten eindeutig zuviel zugeführt hat? Dazu hier ein paar Beispiele.

    Vitamin A

    Ohne Vitamin A wäre jeder Mensch so gut wie blind, und mit der Schutzfunktion der Haut wäre es auch nicht mehr weit her. Doch was ein Mangel an Vitamin A an gravierenden Schäden anrichten kann, steht den Symptomen einer Überdosierung nicht nach. Denn wer hat schon Lust auf vernichtend heftige Kopfschmerzen und großflächigen Haarausfall? Vitamin A zählt zu jenen Vitaminen, bei denen eine Überdosierung sehr rasch erreicht sein kann. Deshalb sollte man hier, wenn man den Verdacht auf eine unzureichende Zufuhr hegt, nicht mit Vitaminpillen, sondern mit einem intelligenten Speiseplan nachhelfen. Dazu zählt beispielsweise der genussvolle Verzehr von reichlich Karottensalat "al dente" mit (ganz wichtig!) gutem Öl im leckeren Dressing.

    Vitamin B5

    Dieser gute Freund vieler wichtiger Enzyme sorgt dafür, dass Zellschäden behoben werden, dass alle die Nerven (auch im Verdauungstrakt) versorgt sind, und dass das Blut seine gesunden Fließeigenschaften nicht verliert. Allerdings ist der Schluss "viel hilft viel" ein gefährlicher Irrtum. Denn wer sich in bester Absicht mit Vitamin B5 vollpumpt, wird mit Gefäßproblemen, starkem Juckreiz, Kopfschmerzen, Übelkeit und allen möglichen Allergiesymptomen "belohnt". Wem das noch nicht reicht, der kann sich auf Leberschäden und eine Gastritis freuen. Also: Finger weg von den künstlichen Vitamin B5 Bomben, und stattdessen lieber öfter mal ein paar würzige Hefeflocken in die Vinaigrette einrühren.

    Vitamin D

    Für starke Knochen und widerstandsfähige Zähne braucht der Körper Vitamin D. Denn ohne diesen Wirkstoff können Kalzium und Phosphat im Organismus nicht verwertet werden. Deshalb stellt sich der Körper sein Vitamin D auch selbst her. Dazu muss man nur oft und lange genug in der Sonne baden. Dennoch meinen manche Menschen, hier dem Vitaminhaushalt künstlich auf die Sprünge helfen zu müssen. Und dann wird es kritisch. Denn zu viel Vitamin D führt erst zu Schwächeanfällen und zu Brechdurchfällen, dann zur Verkalkung der Nieren und der Blutgefäße.

    Wie viel ist denn zu viel?

    Das hängt von sehr verschiedenen Faktoren und auch von unterschiedlichen Lehrmeinungen ab. Während beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) höchst zurückhaltende und konservative Bedarfsrichtlinien vertritt, hat der inzwischen in ausgesprochen hohem Alter (93 Jahre) verstorbene Linus Pauling diesbezüglich stets aus dem Übervollen geschöpft. Zu diesem Widerstreit der Extreme gesellt sich noch der Umstand, dass Raucher, Alkoholiker, Schwangere, Allergiker, junge und alte Menschen (um nur wenige Beispiele zu benennen) einen total unterschiedlichen Vitaminbedarf aufweisen. Deshalb sollte man sich hier nicht auf anonyme Tabellenwerke, sondern lieber auf eine fachkundige individuelle Beratung verlassen. Grundsätzlich sei jedoch angemerkt, dass eine vernünftige, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, zusammen mit der Frede am Aufenthalt im Freien, die beste Voraussetzung dafür ist, dass der persönliche Vitaminbedarf auf natürlichem Weg optimal abgedeckt wird.

    Und noch ein Wort zu den so genannten "funktionellen Lebensmitteln" (functional food). Darunter versteht man Nahrungsmittel, die zusätzlich und künstlich mit deutlich mehr und teilweise auch anderen Inhaltsstoffen aufgepeppt werden, als im ursprünglichen Lebensmittel natürlicherweise vorhanden ist. Den werblichen Heilsversprechungen, mit denen funktionelle Lebensmittel sich anpreisen, ist durchaus kritisch zu begegnen. Denn zum einen stehen belastbare Beweise über die gesundheitlich positive Wirkung dieser Designernahrung aus. Und zum anderen kann man sich bei dem regelmäßigen oder gar übermäßigen Verzehr solcher Produkte ganz schnell eine gefährliche Hypervitaminose zuziehen.

    Autorin: Carina Collany

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    Sebastian ist Dipl. Wirtschaftsinformatiker und arbeitet seit 1998 für verschiedene Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in Projekten zur Krebsforschung, ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin. Seit 2004 leitet er die Redaktion. - Profil

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    2 Kommentare
    Die Kommentare wurden von unseren Lesern erstellt und nicht durch die Redaktion geprüft.

    1. Rick on 28.03.14 17:26

      Bei den normalen Vitamintabletten aus dem Supermarkt ist das nicht wirklich ein Problem. Die sind relativ gering dosiert. Meist steht auf der Packung wieviel Prozent der DGE-Empfehlung sie pro Tablette enthalten. Und die DGE – typisch deutsch – ist mit ihrem Empfehlungen sehr zurückhaltend.

    2. Rosemarie on 25.09.14 16:59

      Danke für den gut geschrieben Bericht.

      Als Heilpraktikerin warne ich schon seit Jahren davor, unkontrolliert Vitaminpräparate zu konsumieren. Wer sich von frischen und qualitativ guten Lebensmitteln ernährt und regelmäßig die Sonne genießt, hat in der Regel keinen Vitaminmangel.

      Häufig wird auch von Therapeuten das Thema falsch verstanden, denn die Symptome eines vermeintlichen Vitaminmangels, sind meist in einem Mineralstoffmangel zu begründen. Gerade der Magnesiummangel nimmt epidemiologische Ausmaße an. Wer nun meint, nach Magnesiumkapseln oder Brausetabletten greifen zu müssen, irrt sich gewaltig, denn dies rächt sich meist mit Durchfall.

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