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Lifestyle

Die wichtigsten Hochzeitsbräuche

Hochzeitsbräuche

Hochzeitsbräuche: Was macht man am wichtigsten Tag des Lebens?
Foto: alenkasm | Bigstock)

Was sind Hochzeitsbräuche?

Hochzeitsbräuche sind in allen Ländern der Welt verbreitet. In Deutschland haben sich verschiedene Bräuche noch aus vorchristlicher Zeit bis in die Gegenwart gehalten. Früher hatten sie die Aufgabe, Unglück und böse Geister von dem Hochzeitspaar fernzuhalten.

Lesezeit: 6 Minuten

Die wichtigsten Bräuche zur Hochzeit

Passend zum Kinofilm „Mamma Mia!“ erklären wir die wichtigsten Hochzeitsbräuche:

Sie standen für die Fruchtbarkeit in der Ehe, Geldsegen, endlose Liebe, Aufnahme in die Familie und vieles mehr. Heute sind Hochzeitsbräuche eine nette Tradition, auf die viele nicht verzichten möchten. Ob Reiswerfen, Blumenkinder, der Polterabend oder der Brautstrauß: Auf vielfältige Art und Weise tragen Bräuche heute zur Unterhaltung der Hochzeitsgesellschaft bei.

Altes, Neues, Geliehenes, Blaues

Nach einem Alten Brauch sollte eine Braut am Tag der Hochzeit vier Dinge mit sich tragen: Etwas Altes, z.B. ein altes Familienschmuckstück, das für den Lebensabschnitt als ledige Frau steht.

Etwas Neues, meist der Ehering, der das vor ihr liegende Leben als verheiratete Frau bezeichnet. Etwas Geliehenes, z. B. eine Halskette, dies soll als Zeichen der Freundschaft dienen. Und etwas Blaues, z. B. ein Strumpfband, als Sinnbild für die Treue.

Blumenkinder

Auf vielen Hochzeiten bereiten Kleinkinder den Weg des Brautpaares in und aus der Kirche, indem sie Blüten und Blütenblätter verstreuen.

Dies ist ein alter heidnischer Brauch: Früher glaubte man, dass der Duft der Blumen Fruchtbarkeitsgöttinnen anlocken würde, die dem Brautpaar reichlich Nachwuchs bescheren.

Brautstrauß und Brautstraußwerfen

Der Brauch des Brautstraußes stammt aus der Zeit der Renaissance, in der man es mit der Körperhygiene nicht so genau nahm.

Deshalb wurden damals besonders intensiv duftende Brautsträuße gebunden, die vor allem zur Übertönung unangenehmer Körpergerüche dienten. Heute ist der Brautstrauß ein Accessoire, das vor allem einen optischen Wert als Brautschmuck hat. Nach alter Tradition ist der Bräutigam für die Beschaffung des Brautstraußes verantwortlich.

Vor oder in der Kirche überreicht er diesen seiner Braut. Zum Ende der Feier findet das Brautstraußwerfen statt. Dabei versammeln sich alle unverheirateten Frauen hinter der Braut. Diese wirft den Brautstrauß blind in die Menge. Wer den Strauß fängt, soll die nächste Braut werden.

Polterabend

Als einer der ältesten Bräuche, der vermutlich noch aus vorchristlichen Zeiten stammt, ist der Polterabend noch heute besonders beliebt.

Am Vorabend der Trauung treffen sich Freunde und Familien des Brautpaars, um den letzten Abend des Brautpaares vor der Ehe zu feiern. Jeder Gast bringt Steingut und Porzellan mit, das an diesem Abend zerschlagen wird. Dadurch sollen böse Geister vertrieben werden. Keinesfalls darf Glas zerschlagen werden, da dies als Unglück gilt. Die Scherben müssen vom künftigen Brautpaar gemeinsam zusammengekehrt werden. Dadurch zeigen Braut und Bräutigam ihren Willen zur Gemeinsamkeit in der Ehe.

Reiswerfen

Wenn das Brautpaar nach der Trauung aus der Kirche oder dem Standesamt kommt, wird es von der draußen wartenden Hochzeitsgesellschaft mit Reis beworfen.

Damit bekunden alle Gäste den Wunsch nach einer fruchtbaren und kinderreichen Ehe. Heute wird der Reis häufig durch helles Vogelfutter oder Getreide ersetzt, weil man glaubt, dass der ungekochte Reis im Magen von Vögeln aufquellen würde. Es hat sich jedoch bereits erwiesen, dass dies ein Irrglaube ist.

Sägen

In vielen Teilen Deutschlands zersägt das Brautpaar gemeinsam einen Holzstamm. Für dieses Ritual wird eine Schrotsäge verwendet, bei der Braut und Bräutigam am jeweils gegenüberliegenden Ende der Säge anfassen und unter wechselseitigem Ziehen den Stamm möglichst schnell zersägen.

Dieser Brauch steht für die gemeinsame gleichberechtigte Arbeit, die das Brautpaar in der Ehe versuchen möchte. Im wechselseitigen Ziehen und Ziehenlassen wird die essenzielle Balance von Reden und Zuhören, von Initiative und Seinlassen und die notwendige Aufmerksamkeit für die jeweiligen Bedürfnisse des Partners symbolisiert.

Der Junggesellenabschied

In unserer Gegend ist der Junggesellenabschied gang und gäbe. Dabei macht der zukünftige Bräutigam wenige Tage vor seiner Hochzeit mit seinen Kumpels sprichwörtlich „einen drauf“. Was der Bräutigam alles durchmachen muss an diesem Abend, hängt alleine vom Ideenreichtum seiner Freunde ab. In jedem Falle nimmt er Abschied von seinem Junggesellendasein. Es ist übrigens immer öfter üblich, dass auch die zukünftigen Bräute einen „Junggesellenabschied“ feiern.

Weißer Brautschleier – Symbol der Jungfräulichkeit

Ein Symbol der Jungfräulichkeit stellt der weiße Brautschleier dar. In früheren Zeiten war es nicht unbedingt üblich, in Weiß zu heiraten. Manch eine Bauerstochter musste in der schwarzen Sonntagsgarderobe vor den Traualtar schreiten.

Die Brautenführung

Die Brautentführung geschieht bereits nach der Trauung, dabei ziehen die Entführer mit der Braut von Lokal zu Lokal oder feiern in einer separaten Gaststube. Der Bräutigam muss die Braut anschließend „auslösen“, z. B. indem er die Zeche zahlt oder eine bestimmte Aufgabe löst. Dieser Brauch stammt aus dem Mittelalter und soll auf dem „Recht der ersten Nacht“ basieren.

Scherze & Streiche

Sehr oft findet das Brautpaar nach der Hochzeit sein Zuhause in einem etwas veränderten Zustand vor. Das liegt an den Streichen, mit denen gute Freunde die Wohnung verwandeln. Es gibt eine Reihe sehr beliebter Scherze, die den Humor des frisch gebackenen Paares testen sollen: So müssen manche nach den schönen, aber anstrengenden Feierlichkeiten sich mühsam durch Myriaden von Luftballons im Schlafzimmer zum Ehebett zu kämpfen. Oder versteckte Wecker, die auf nächtliche Uhrzeiten programmiert sind, stören die Hochzeitsnacht. Auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Warum Hochzeitsbräuche?

Wer schon einmal geheiratet hat, kennt vielleicht die Nervosität und die Angst vor der Ehe. Die Angst vor dem Ungewissen, vor dem, was das Eheleben wohl mit sich bringen mag. Man gibt ein Gelübde ab, um das restliche Leben mit einem anderen Menschen zu verbringen – in guten wie auch in schlechten Zeiten. Und natürlich ist die Hoffnung groß, dass die guten Zeiten überwiegen möchten.

Hochzeitsbräuche dienen dazu, diese Ängste zu nehmen, und einem jungen Ehepaar einen guten Start in die Ehe zu bescheren. Schließlich versetzt der Glaube Berge, und deshalb schenken uns Hochzeitsbräuche die nötige Zuversicht, dass die Ehe gut und lange verlaufen wird.

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