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    Home»Nachrichten»Ärztepräsident gegen geplante Meldepflicht von Missbrauch

    Ärztepräsident gegen geplante Meldepflicht von Missbrauch - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion15.08.24
    Arztpraxis für Allgemeinmedizin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
    Foto: Arztpraxis für Allgemeinmedizin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat scharfe Kritik an den EU-Plänen geübt, Ärzte zu verpflichten, den sexuellen Missbrauch von Kindern grundsätzlich den Behörden zu melden.

    Diese Meldepflicht solle unabhängig davon gelten, ob eine Gefährdung des Kindes vorliege und ob die Meldung im Interesse des Kindes sei, sagte Reinhardt dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgaben). "So wird es Opfern unmöglich gemacht, sich behandeln zu lassen, ohne dass eine Behörde von dem Missbrauch erfährt. Sie verlieren ihren geschützten therapeutischen Raum und damit die Möglichkeit, vertraulich Hilfe in Anspruch zu nehmen", beklagte der oberste deutsche Ärztevertreter.

    In der Stellungnahme der Bundesärztekammer zu dem Richtlinienvorschlag des Europäischen Parlamentes und des Rates, über die die RND-Zeitungen berichten, heißt es zudem: "Auch ein Vertrauensverhältnis kann nicht entstehen, wenn ein intimes Detail wie ein sexueller Missbrauch undifferenziert an staatliche Stellen gemeldet werden muss." Die Schweigepflicht bestehe im Interesse des Kindes und diene nicht dem Täterschutz, so die Ärztekammer.

    Gemäß nationalem Recht würden die Ärzte unverzüglich das Jugendamt informieren, wenn nach ihrer Einschätzung eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes bestehe, versicherte die Bundesärztekammer und betonte: "Ärzte, die von einem sexuellen Missbrauch erfahren, werden dies der zuständigen Behörde melden, um eine Gefahr für das Kind auszuschließen." Es gebe keinerlei Anhaltspunkte, dass Ärzte in diesem Fall eine Meldung unterlassen würden, so die Bundesärztekammer.

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