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    Home»Nachrichten»AfD und Linke kritisieren Klingbeils Vereinssteuer-Pläne

    AfD und Linke kritisieren Klingbeils Vereinssteuer-Pläne - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion09.08.26
    Finanzamt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
    Foto: Finanzamt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Konflikt um eine stärkere Besteuerung von Vereinen kritisieren AfD und Linke Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) scharf.

    "Wie man beim Stopfen der Haushaltslücken ausgerechnet auf Vereine kommen kann, bleibt vorerst das Geheimnis des Finanzministeriums", sagte Doris Achelwilm, steuerpolitische Sprecherin der Linke-Bundestagsfraktion, der "Welt". Die daraus zu erwartenden Mehreinnahmen seien marginal, während Vereine "mit einem Schlag massiv verunsichert" seien.

    Dass nun über Vereine als Besteuerungsziel geredet werde und nicht über Erbschaften, Vermögen und Kapitalerträge, sei mehr als grotesk, so Achelwilm. SPD und Union verbastelten diese Reform, die kleine und mittlere Einkommen spürbar entlasten sollte, ins Negative. Das sei politisch und fiskalisch fatal.

    "Vereine sind wesentliche Bestandteile einer vernünftigen Jugendarbeit", sagte Kay Gottschalk, finanzpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, der "Welt". Sie integrierten stärker als "manches ideologiegetriebene NGO-Projekt" und leisteten Basisarbeit in sozialen Brennpunkten. Seine Partei spreche sich für "beträchtliche Steuersenkungen in allen Bereichen" aus und habe ein entsprechendes Konzept vorgelegt. "Ich kann nur sagen: Hände weg von den Vereinen", so Gottschalk.

    Klingbeil plant Berichten zufolge eine Senkung des Freibetrags bei Vereinen von 5.000 auf 1.000 Euro. Dies beträfe voraussichtlich keine gemeinnützigen Vereine, sondern Wirtschaftsverbände oder Profisportvereine.

    Die Grünen zeigen sich offen für die Vereinsreform. Diese sei mit nur sehr geringen Mehreinnahmen verbunden, es handele sich zudem "um keine unbotmäßige Erhöhung", schließlich handele es sich um Vereine mit wirtschaftlichem Zweck, so Sascha Müller, Obmann im Finanzausschuss der Grünen-Bundestagsfraktion. Es bleibe allerdings die Frage offen, warum die Bundesregierung nicht statt kleiner Maßnahmen die von ihnen vielfach aufgezählten Gerechtigkeitslücken im Steuerrecht etwa bei der Besteuerung von Erbschaften oder Immobilien angehe, wo Menschen mit sehr hohem Vermögen weitgehend um die Steuerzahlung herumkämen.

    Die SPD kündigt an, einzelne Maßnahmen der Reformen im parlamentarischen Verfahren zu betrachten. "Der Gesetzentwurf befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium der Koordinierung auf der Ebene der Bundesregierung", sagte Frauke Heiligenstadt, finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Grundsätzlich gelte: Man habe die Vereine insbesondere im letzten Jahr durch das sogenannte Ehrenamtspaket gestärkt. Dazu gehörten unter anderem die Erhöhung der Ehrenamts- und der Übungsleiterpauschale, die Ausweitung der Haftungsprivilegierung und die höheren Freigrenzen für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Die Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit und gemeinnütziger Vereine sei der Partei sehr wichtig.

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