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Barzani kündigt Referendum über Loslösung Kurdistans vom Irak an ▷ Nachrichten 23.02.2017

Bagdad (dts Nachrichtenagentur) – Der irakische Kurdenführer Massud Barzani hat ein Referendum über die Loslösung der Autonomen Region Kurdistan vom Irak angekündigt. Ein solches Referendum abzuhalten sei “ein natürliches, gottgegebenes Recht des Volkes in Kurdistan”, sagte Barzani der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Freitagsausgabe). Einwände aus Teheran und Ankara, wo man einen unabhängigen kurdischen Staat verhindern will, wies Barzani zurück.

“Das ist eine interne Angelegenheit zwischen uns und Bagdad, die nichts mit Iran und der Türkei zu tun hat.” Ein Referendum stehe nicht im Widerspruch zu den Prinzipien von Demokratie und Menschenrechten. “Dafür brauchen wir von niemandem eine Erlaubnis”, sagte Barzani, der seit 2005 Präsident der autonomen Region Kurdistan im Norden des Iraks ist. Die offiziellen Staatsgrenzen des Iraks und Syriens seien nicht mehr bedeutsam, so Barzani: “Wie kann man vom Irak oder von Syrien noch als geeinten Staaten sprechen? Das Paradox ist, dass viele Politiker die Gegebenheiten der Region zwar kennen, aber nicht anerkennen. Sie wollen nicht zugeben, dass die offiziellen Grenzen nichts mehr bedeuten und Geschichte sind.”

Die Tage des Irak als Staat mit einer starken Zentralregierung seien vorbei. “Es geht um Selbstbestimmung”, so Barzani. Er lobte den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und mahnte die Kurden in Syrien, sie täten “gut daran, auf türkische Empfindlichkeiten Rücksicht zu nehmen”. Erdogan habe “viel Mut bewiesen” und sei der einzige Politiker, der Türken und Kurden Frieden bringen könne.

Leider gebe es derzeit jedoch “einige andere Entwicklungen” in der Türkei, sagte Barzani und forderte eine Freilassung des türkischen Kurdenführers Selahattin Demirtas: “Im Interesse des Friedens in der Türkei wäre es besser, dass er und andere verhaftete Politiker seiner Partei freigelassen werden.” Zum zähen Kampf um die irakische Millionenstadt Mossul sagte Barzani, aus Rücksicht auf Zivilisten in der Stadt könne der “Islamische Staat” (IS) nicht so angegriffen werden, wie es militärisch nötig sei. Doch die Zeit arbeite gegen den IS. Je länger der Kampf dauere, desto stärker zehre das an menschlichen Ressourcen, Logistik und Kampfkraft des IS.

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