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    Dax lässt deutlich nach - Strafzollandrohungen belasten Börse » Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion03.06.26
    Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur
    Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

    Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Am Mittwoch hat der Dax deutlich nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 24.796 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Tagesstart baute der Dax seine Verluste weiter aus.

    "Zur Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Nahen Osten kehrte mit neuen Strafzollandrohungen aus dem Weißen Haus jetzt ein alter Bekannter auf die Liste der Risikofaktoren zurück", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. "US-Präsident Trump will höhere Zölle gegen Länder aus der Eurozone und Großbritannien verhängen. Damit ist zumindest für den heutigen Tag die Entscheidung gefallen, in welche Richtung sich der Dax von der Marke von 25.000 Punkten entfernt - es geht erst einmal wieder abwärts."

    Die Stimmung an der Börse werde angespannter und viele Investoren würden zunehmend nervöser, so Lipkow. "Denn die Entwicklung am Aktienmarkt bildet derzeit nur bedingt die Realwirtschaft ab. Das könnte sich spätestens dann rächen, wenn die Euphorie für die Halbleiteraktien und den KI-Sektor abnimmt. Gleichzeitig ist die Situation im Iran unverändert und die Ölpreise weiter hoch."

    Die Konjunktur in der Eurozone zeige sich derzeit noch stabil, aber von Wachstum könne keine Rede sein, so Lipkow. Getragen würden die Zuwächse an den europäischen Aktienmärkten insbesondere von den Technologieaktien und den Rüstungsunternehmen. "Die vor dem Irankrieg aufgekommene Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung hatte auch mal die Aktien aus dem Automobilsektor und der Chemiebranche etwas beflügelt. Jetzt sieht es allerdings so aus, als ob diese Hoffnungen bereits wieder verflogen sind."

    Das Preisniveau in der Eurozone bleibe hoch und liegt weit über dem Notenbankziel von zwei Prozent, erklärte der Analyst. "Das dürfte das bestimmende Thema auf der in der kommenden Woche stattfindenden Notenbanksitzung werden." Mit einer Zinserhöhung werde fest gerechnet, so Lipkow. "Mit der Kombination aus den beschriebenen Risikofaktoren und einer restriktiveren Geldpolitik könnte sich gerade ein Sturm an den Börsen zusammenbrauen, der lediglich noch durch die KI-Euphorie in Schach gehalten wird."

    Bis kurz vor Handelsschluss standen die RWE-Aktien an der Spitze der Kursliste in Frankfurt. Am Tabellenende fanden sich die Papiere von SAP und Scout 24 wieder.

    Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Juli kostete 49 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund neun bis zwölf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

    Der Ölpreis stieg ebenfalls: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 97,47 US-Dollar, das waren 1,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

    Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1610 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8613 Euro zu haben.

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