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    Home»Nachrichten»Ex-Caritas-Chef kritisiert abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren

    Ex-Caritas-Chef kritisiert abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion06.08.26
    Seniorin schaut von einem Balkon (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
    Foto: Seniorin schaut von einem Balkon (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

    München (dts Nachrichtenagentur) - Der frühere Caritas-Chef Georg Cremer wehrt sich gegen die Kritik der Ministerpräsidenten an den Reformvorschlägen der Rentenkommission. Die Politik mache Gutverdienern ein Geschenk zu Lasten der Allgemeinheit, sagte er dem "Focus".

    Cremer argumentierte, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren vor allem Gutverdienern nutze. "Diejenigen, die die abschlagsfreie Rente nutzen, haben - allein schon wegen der langen Versicherungszeit - deutlich höhere Renten als diejenigen, die diese Regelung nicht nutzen können", so Cremer. Viele Erwerbstätige mit hoher beruflicher Belastung erreichten die erforderlichen 45 Versicherungsjahre nicht. "Gerade der sprichwörtliche Dachdecker wird daher eben nicht erreicht."

    Seit Einführung der Regelung hätten fast drei Millionen Neurentner sie genutzt, sagte Cremer. Darunter seien viele gesunde und gut qualifizierte Erwerbstätige, die nicht wegen Erschöpfung, sondern aus freien Stücken aufgehört hätten. Da Rentner ohne Begrenzung hinzuverdienen könnten, bestehe ein Anreiz, die Rente zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu beziehen.

    Für Menschen, die gesundheitsbedingt nicht bis zum Regelrentenalter arbeiten könnten, schlage die Kommission eine Härtefallregelung mit individueller Gesundheitsprüfung vor. "Die Kommission war also nicht sozial blind", so Cremer.

    Die Argumentation der Ministerpräsidenten, die Regelung würdige die Lebensleistung, weist Cremer zurück. "Verdient man nach 42 Jahren weniger Respekt?", fragte er. Die Grenze von 45 Jahren sei willkürlich und werde moralisch überhöht.

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