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    Home»Nachrichten»Molekularmedizin: So wollen Forscher Krebs heilen

    Molekularmedizin: So wollen Forscher Krebs heilen » Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion24.02.16↻ 19.10.251
    Die Molekularmedizin als Hoffnung für Krebspatienten
    Die Molekularmedizin als Hoffnung für Krebspatienten (Foto: Minerva Studio | Shutterstock)

    Die Molekularmedizin weckt neue Hoffnung für Krebspatienten - genbasierte Therapien zeigen erstaunliche Heilerfolge.

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Mit Hilfe der sogenannten Präzisionsmedizin schlagen Krebsforscher neue Wege bei der Bekämpfung der Krankheit ein. In der am kommenden Samstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Focus“ verspricht der US-Forscher Todd Golub, Leiter des Krebsprogramms am Broad-Institut, wichtige Schritte auf dem Weg zur „kompletten“ Heilung durch die Molekularmedizin. Grundlage sei die fortschreitende Entschlüsselung jener Gene, die die Entwicklung von Tumoren bestimmen.

    Der Tumor schrumpfte dramatisch

    Auf deren Basis „werden wir eine neue Einteilung von Tumoren erstellen“, so Golub in dem Interview. Man werde Krebs „nicht mehr nach Organen klassifizieren“, stattdessen sei „der molekulare Mechanismus der Tumorbildung entscheidend“. Für schwarzen Hautkrebs beispielsweise liege bereits ein Medikament vor, das auf jene Krebs-Mutation, die bei der Hälfte der Melanome eine Rolle spielen, ziele und „bei den meisten Patienten den Tumor dramatisch zum Schrumpfen brachte“.

    Chemotherapien sind „Cocktails voller Gift“

    Heutige Chemotherapeutika seien nach Golubs Ansicht eher „Cocktails voller Gift“. Es sei „erstaunlich, dass sie überhaupt wirken“, so der Forscher, dessen Institut sowohl der Harvard-Universität als auch dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston angegliedert ist. Auch auf dem Gebiet der Ursachen-Forschung und damit der Früherkennung von Krebs spielt die Genetik eine wachsende Rolle, berichtet der „Focus“. Derzeit seien etwa 120 Krebs-Gene bekannt, zitiert das Magazin den Humangenetiker Stefan Aretz, Leiter des Zentrums für erbliche Tumorerkrankungen der Universität Bonn. Die Medizin nehme an, dass „drei bis fünf Prozent der Tumor-Erkrankungen durch erblich bedingte Mutationen ausgelöst werden“, so Aretz.

    Regelrechte Revolution in der Tumortherapie

    Bei der Behandlung von Krebs feiern Mediziner in Deutschland große Fortschritte. Wenige Tage vor Beginn des Deutschen Krebskongresses (DKK) weist dessen Vizepräsident auf rasante Erfolge hin: „Wir erleben in der Tumormedizin eine regelrechte Revolution“, sagte Ulrich Keilholz, Vizepräsident des DKK, dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Die Entwicklung sei „phantastisch“.

    Immuntherapie als Durchbruch

    Vor einigen Jahren noch habe man Patienten nichts bieten können außer Chemotherapie, so Keilholz, der zugleich Vorsitzender des Charité Comprehensive Cancer Center in Berlin ist. „Patienten, die früher nach einem halben Jahr gestorben wären, bekommen heute eine milde Therapie. Und wenn wir sie nach fünf Jahren wiedersehen, geht es ihnen immer noch gut.“ Einer der entscheidenden Durchbrüche sei mit der modernen Immuntherapie, den Checkpoint-Inhibitoren, gelungen.

    Das Kostenproblem

    Der Experte beklagte zugleich eine exponentielle Entwicklung der Kosten. „Der Arzt kommt immer mehr in die Zwickmühle“, sagte Keilholz. Er müsse Patienten möglichst gut behandeln und zugleich möglichst wirtschaftlich arbeiten. „Das geht bei den heutigen modernen Substanzen immer weniger zusammen. Da wird der Arzt alleingelassen.“ Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery kündigte gegenüber dem Magazin an, die Frage ethischer Preisgestaltung auf die Tagesordnung des nächsten Ärztetages zu rücken. Onkologika seien mit 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2014 die umsatzstärkste Wirkstoffgruppe im Arzneimittelmarkt der gesetzlichen Versicherungen. „Dabei erfolgt die Preisbildung allein nach Marktinteressen“, sagte Montgomery und verwies auf entsprechende US-Untersuchungen.

    Diskussion über Preise

    Zudem seien Krebsmedikamente oft als „Orphan Drugs“, als Mittel für seltene Krankheiten, in klinischen Studien weniger gründlich geprüft. „Da stellt sich die Frage, ob wir akzeptieren sollten, dass so viel Geld aus unserem solidarisch finanzierten Gesundheitssystem herausgepresst wird“, so Montgomery. „Auch deshalb werden wir auf unserem nächsten Deutschen Ärztetag über Transparenz bei der Preisbildung sprechen und auch darüber, inwieweit die Preise am Patientennutzen orientiert sind.“ Der Krebskongress findet vom 24. bis 26. Februar in Berlin statt.

    Kommentar

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    Sebastian Fiebiger
    Redaktion

    Individuelle Präzision statt chemischem Flammenwerfer

    Die Wissenschaft diskutiert schon lange über individuellere Krebstherapien. Anstatt mit dem "Flammenwerfer" großflächig auf menschliche Organe zu halten, adressieren individualisierte Therapien die konkreten Funktionsmechanismen eines Tumors und schonen gesundes Gewebe. Bestehende Therapien dieser Art sind meist ambulant durchführbar und zeigen kaum relevante Nebenwirkungen.

    Perspektive 10+ Jahre

    Trotzdem dürften sicher noch zehn Jahre vergehen, bis genbasierte Therapien auf breiter Basis einsatzfähig sind. Bei vielen Tumorarten sind die Funktionsweisen von Tumorwachstum, -Kommunikation und -Ausbreitung und die auslösenden Gene noch unbekannt.

    2040 ist Krebs heilbar

    Für mich ist es angesichts der erstaunlichen Fortschritte der letzten 10 Jahre und neuer Entwicklungen im Bereich der Gen- und Nano-Technologie aber kaum vorstellbar, dass wir im Jahr 2040 noch von einer tödlichen Krankheit sprechen, wenn wir über Krebs reden.

    Die Kosten

    Die deutschen Krankenkassen müssen ihre Einkaufsmacht bündeln und die Hersteller preistechnisch unter Druck setzen. Das deutsche Gesundheitssystem zahlt oft die weltweit höchsten Preise für Medikamente, während andere Nationen den Rechtsschutz medizinischer Entdeckungen schlicht ignorieren, die Wirkstoffe analysieren und die Medikamente zu einem Bruchteil der Kosten nachbauen.

    Sowohl das deutsche "Überzahlen" als auch das "parasitäre Kopieren" sind keine adäquaten Herangehensweisen, um einerseits die hohen Entwicklungskosten neuer Medikamente zu tragen und damit neue Entwicklungen zu fördern und andererseits für bezahlbare Therapien zu sorgen.

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    News Redaktion
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    Ein Kommentar
    1. Peter on 15.07.17 23:01

      Selten so einen Müll gelesen – Kostenexplosion … Krebsklinik Heidelberg Studie mit Chemotherapie PLUS VitaminC – hervorragende Wirksamkeit BEIDER Mittel
      Uniklinik Ulm – Wundheilung unter massiven Einsatz von Vitamin C

      Da stellt sich mir die Frage: warum nicht permanent hohe Dosen VOR UND NACH OP und immer zur Chemotherapie

      Warum wird die Wirksamkeit von hohen VitaminC-Dosen so oft verschwiegen? Warum ist VitaminC keine regelmässige Kassenleistung?

      Wird so ein korruptes System am Leben erhalten???

    Kommentar

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