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    Home»Nachrichten»Umfrage: Jeder Zweite rechnet mit dauerhaft hohen Energiepreisen

    Umfrage: Jeder Zweite rechnet mit dauerhaft hohen Energiepreisen » Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion19.05.26
    Tankstelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
    Foto: Tankstelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Mehr als zwei Drittel der Deutschen blicken derzeit mit Sorge auf die Entwicklung der Energiekosten.

    Knapp jeder Zweite geht sogar davon aus, dass die Energiepreise auch nach einem möglichen Ende des Iran-Konflikts weiter steigen werden. Zugleich wächst die Sorge vor möglichen Versorgungsengpässen im kommenden Winter. Das zeigt eine Umfrage des Vergleichsportals Verivox, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

    Die Sorge vor weiter steigenden Energiekosten ist unter Verbrauchern besonders groß. So machen sich mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten Sorgen um die weitere Entwicklung der Energiepreise. Nur 8 Prozent bleiben in dieser Hinsicht gelassen. Rund jeder Vierte (24 Prozent) äußert sich in dieser Frage unentschieden.

    Tatsächlich haben sich die Energiekosten laut Verivox für viele Menschen spürbar verteuert. Vor allem Neukunden spüren den Gaspreisanstieg bereits deutlich. Seit Kriegsbeginn sind die Neukundenpreise für Gas um rund 20 Prozent gestiegen. Zahlten Neukunden vor Ausbruch des Krieges Mitte Februar noch rund 8,1 Cent pro Kilowattstunde, sind es aktuell 9,7 Cent/kWh. Die Heizölpreise haben im gleichen Zeitraum um ein Drittel (33 Prozent) zugelegt. Trotz Tankrabatt verteuerte sich der Dieselpreis um 13 Prozent, E10 kostet aktuell rund 10 Prozent mehr.

    Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) geht davon aus, dass die Energiepreise auch nach einem Ende des Iran-Konflikts weiter steigen werden. Dabei erwartet rund ein Viertel (24 Prozent) einen deutlichen Kostenanstieg, weitere 25 Prozent rechnen mit zumindest leicht steigenden Preisen.

    Auf sinkende Energiekosten setzt dagegen nur etwa ein Drittel der Befragten (32 Prozent). Während 22 Prozent von einem leichten Rückgang ausgehen, rechnet nur jeder Zehnte (10 Prozent) mit deutlich fallenden Preisen. Weitere 19 Prozent erwarten keine größeren Veränderungen und gehen von stabilen Energiepreisen aus.

    "Wenn die militärischen Auseinandersetzungen rund um die Straße von Hormus, enden, ist mit einer Entspannung bei den Energiepreisen zu rechnen. Eine schnelle Rückkehr zu dem Kostenniveau vor Ausbruch des Iran-Krieges ist jedoch nicht zu erwarten, da die Wiederherstellung der gestörten Lieferketten Monate oder sogar Jahre dauern kann," sagte Thorsten Storck, Energieexperte beim Vergleichsportal Verivox, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

    Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit Blick auf den Ölpreis und die Unsicherheit in der Straße von Hormus: "Benzin und Diesel dürften teurer bleiben oder weiter steigen. An den Tankstellen wirkt oft der Rakete-Feder-Effekt: hoch wie eine Rakete, runter wie eine Feder." In einer Verlängerung des noch bis Ende Juni geltenden Tankrabatts sieht Kemfert den falschen Weg. Eine möglicherweise dauerhafte Senkung der Spritsteuern "kostet viel, hilft wenig zielgenau und subventioniert weiter fossilen Verbrauch", sagte sie. Besser seien gezielte Entlastungen für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen, etwa über ein Klimageld oder Mobilitätsgeld, sowie mehr Markttransparenz gegen überhöhte Margen. CSU-Chef Markus Söder hatte sich am Sonntag offen für eine Verlängerung des Tankrabatts über Juni hinaus gezeigt. Kemfert hingegen plädiert für einen Umbau von Mobilität, Industrie und Gebäuden in Deutschland: "Weniger Ölabhängigkeit ist der beste Schutz vor Ölpreisschocks."

    Auch die Frage nach der Versorgungssicherheit treibt viele Deutsche um. 47 Prozent der Befragten äußern laut Verivox-Umfrage die Sorge vor einer möglichen Einschränkung der Öl- und Gasversorgung im kommenden Winter. Knapp ein Viertel (22 Prozent) sieht hier keine größeren Risiken, 31 Prozent sind unentschieden.

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