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Wirtschaftsweise und Grünen-Politiker schlagen neuen Gastarif vor ▷ Nachrichten 03.09.2022

Gas-Straßenkappe, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Gas-Straßenkappe, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Einen Gaspreis-Deckel mit Bons für Verbraucher, die noch mehr Gas sparen – das schlagen die Wirtschaftsweise Veronika Grimm und der grüne Finanzminister von Baden-Württemberg, Danyal Bayaz, vor. “Die aktuelle Debatte über die Gasumlage verstellt den Blick darauf, dass uns die großen Herausforderungen der Energiekrise erst noch bevorstehen”, schreiben Bayaz und Grimm in einem Beitrag für die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” vor der Entscheidung der Ampelkoalition über das nächste Entlastungspaket. “Für Gaskunden kann es zu mehr als einer Vervierfachung der Kosten kommen. Im Vergleich dazu wirkt die hitzige Diskussion über die Gasumlage von 2,4 Cent je Kilowattstunde geradezu befremdlich, zumal die Idee grundsätzlich richtig ist.”

Grimm und Bayaz nennen ihren Vorschlag “Deutschlandtarif”. Er soll zwei Komponenten haben: Für ein Grundkontingent von etwa 75 Prozent des Durchschnittsverbrauchs zahlten Haushalte einen durch staatliche Förderung garantierten Preis in Höhe des mittelfristig erwartbaren Gaspreises, etwa zwölf Cent je kWh. Für den darüber hinausgehenden Verbrauch werde ein höherer, nicht subventionierter Marktpreis fällig. Mit Abklingen der Gaskrise würde der Tarif durch sinkende Gaspreise wieder irrelevant. Wenn ein Haushalt weniger Gas verbrauche als sein Grundkontingent, bekomme er eine Prämie ausgezahlt. “Das erhöht die Einsparanreize”, schreiben die Ökonomin und der Landesfinanzminister. Zudem sprechen sich Grimm und Bayaz für ein steuerpflichtiges Energiegeld ein, das monatlich oder einmalig an Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen ausgezahlt werden solle. Allerdings müsse es auch für Rentner und Studierende Unterstützung geben. Die Kosten ihres Vorschlags beziffern der Grünen-Politiker und die Wirtschaftsweise mit einem mittleren zweistelligen Milliardenbetrag. Dazu müssten klimaschädliche Subventionen abgeschafft werden.

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