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    Home»Nachrichten»Wirtschaftsweiser gegen Einführung von Schwerarbeiter-Rente

    Wirtschaftsweiser gegen Einführung von Schwerarbeiter-Rente - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion07.08.26
    Martin Werding (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
    Foto: Martin Werding (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Wirtschaftsweise Martin Werding spricht sich gegen spezielle Rentenregeln für bestimmte belastende Berufe aus. Im Ausland zeige sich, dass die Liste der berechtigten Berufe "eher von guter Organisation und starker Lobbytätigkeit getrieben ist als von arbeitsmedizinischen Einsichten", sagte Werding, der auch Mitglied der Rentenkommission war, dem "Handelsblatt".

    Die "Schwerarbeitspension" in Österreich, die der SPD-Politiker Dirk Wiese als Vorbild empfiehlt, beruhe auf einem veralteten Bild von anstrengenden Tätigkeiten. Das passe nicht mehr in die Zeit, denn der Anteil der Neurentner mit mentalen und psychischen Beeinträchtigungen steige. "Diese lassen sich aber viel weniger an Berufsgruppen festmachen als bei physischen Beeinträchtigungen", sagte Werding.

    Auch Christine Mayrhuber, Pensionsexpertin des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), sagte der Zeitung, die österreichische Lösung sei teilweise ein "aus der Not geborenes Hilfskonstrukt". Österreich habe so wie Deutschland "keine systematische Erfassung der Arbeitsbedingungen". Daher habe Wien den Anspruch auf Schwerarbeitspension eben an Kriterien knüpfen müssen, die auch im Nachhinein belegbar seien. "Tatsächlich ist es ein Trauerspiel, dass wir über arbeitsplatzbezogene Belastungsfaktoren so gut wie nichts wissen", sagte Mayrhuber.

    Werding fügte hinzu, dass die Deutsche Rentenversicherung die Berufe ihrer Versicherten gar nicht kenne. "Sie könnte solche Regelungen also gar nicht umsetzen." In Österreich sind Arbeitgeber wegen der Spezialrente verpflichtet, "Schwerarbeit" zu melden.

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