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    Home»Nachrichten»Wie gefährlich ist das Zika-Virus für Deutschland?

    Wie gefährlich ist das Zika-Virus für Deutschland? - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion03.02.16↻ 11.10.241
    Zika Virus
    Wie gefährlich ist das Zika-Virus (Foto: Jarun Ontakrai | Shutterstock)

    Wie hoch die Gefahr einer Zika-Epidemie in Deutschland ist, was Experten dazu sagen und wie die Politik reagiert.

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Der Schritt sei von einer Expertenrunde nach einer mehrstündigen Debatte empfohlen worden. Zuletzt hatte die Weltgesundheitsorganisation im August 2014 bei der Ebola-Epidemie in Westafrika einen globalen Notstand erklärt.

    Experteneinschätzungen zur Zika-Gefahr in Deutschland

    In Deutschland vorkommende Tigermücke kann Zika-Virus übertragen

    Biologen haben darauf hingewiesen, dass die in Deutschland vorkommende asiatische Tigermücke auch das Zika-Virus übertragen kann. Diese Art breite sich seit Jahren in Deutschland aus: „Der Anteil dieser exotischen Mückenart ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagte die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). So sei die sehr aggressive Tigermücke vor allem in Baden-Württemberg verbreitet, komme aber mittlerweile auch in Teilen von Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen vor.

    In Südeuropa vermehrt mit Zika-Infektionen zu rechnen

    „Die asiatische Tigermücke gilt nach der Gelbfiebermücke als der wichtigste Überträger von Erregern wie dem Zika-Virus“, sagte der Mückenexperte Norbert Becker der „Rheinischen Post“. Becker lehrt an der Universität Heidelberg und ist zudem für die Weltgesundheitsorganisation WHO tätig. Unterdessen wiesen Tropenmediziner vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut darauf hin, dass in Südeuropa vermehrt mit Zika-Infektionen zu rechnen sei, wo die asiatische Tigermücke seit den 1990er Jahren heimisch sei. Insgesamt wird die Übertragungsgefahr in Deutschland aber als gering eingeschätzt.

    So reagiert die Politik

    Hauptverbreitungsgebiete des Zika-Virus
    Hauptverbreitungsgebiete des Zika-Virus (Abb.: ananaline | Shutterstock)

    Grüne: "Epidemien machten keinen Halt an Landesgrenzen"

    ... erklärte Kordula Schulz-Asche, Grünen-Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft. „Auch wenn für Deutschland keine akute Gefahr und kein Grund zur Panik besteht, müssen die betroffenen Länder im Kampf gegen die Ausbreitung des Zika-Virus unterstützt werden. Durch den Ausruf des globalen Notstandes ist nun die Möglichkeit gegeben, ein umfangreiches, zwischen den Ländern abgestimmtes Krisenmanagement zu installieren, damit schnell und unbürokratisch Material und Personal sowie finanzielle Mittel zur Seucheneindämmung und Seuchenprävention bereitgestellt werden können.“

    Gesundheitsminister Gröhe: "Wir bleiben wachsam"

    Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hält die Gefahr durch eine Übertragung des Zika-Virus in Deutschland für gering: „Eine Übertragung in Deutschland halten die Experten für sehr unwahrscheinlich, aber wir bleiben wachsam“, sagte Gröhe der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). Die nötigen Verwaltungsschritte seien bereits eingeleitet worden, sagte er. „Damit einzelne Infektionen in Deutschland, etwa bei Reiserückkehrern, besser überwacht werden können, habe ich bereits in der letzten Woche die Einführung einer Meldepflicht für Arboviren, zu denen etwa das Zika-Virus und Dengue-Fieber gehören, auf den Weg gebracht.“

    Dadurch würden die Gesundheitsämter vor Ort die notwendigen Informationen erhalten, um im Bedarfsfall entsprechende Vorkehrungen zu treffen. „Damit liegen wir ganz auf der Linie der WHO“, sagte Gröhe. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte angesichts der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

    Erster Zika-Fall in Deutschland

    In einem Osnabrücker Krankenhaus ist bei einer Frau aus Oldenburg offenbar das Zika-Virus nachgewiesen worden. Nach Angaben des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes habe sich die Frau auf einer Reise nach Haiti mit dem Erreger infiziert, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ am Dienstag. Demnach hatte sich die Frau nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub in die Klinik begeben, wo die Infektion festgestellt worden sei.

    Erste sexuelle Übertragung des Zika-Virus

    In den USA ist der erste Fall einer Infektion mit dem Zika-Virus durch sexuelle Übertragung nachgewiesen worden. Der Patient habe sich mit dem Zika-Virus infiziert, nachdem er sexuellen Kontakt mit einer kranken Person hatte, die kurz zuvor aus einem Land zurückgekehrt war, in dem das Virus grassiert, sagte Zachary Thompson, Direktor des Dallas County Health and Human Services, am Dienstag. „Jetzt, da wir wissen, dass der Zika-Virus durch Sex übertragen werden kann, erhöht sich unsere Achtsamkeit“, so Thompson.

    Die Symptome einer Zika-Virus-Infektion
    Die Symptome einer Zika-Virus-Infektion (Abb.: elenabsl | Shutterstock)

    Kommentar

    Kommentar
    Sebastian Fiebiger
    Redaktion

    Die weit überwiegende Zahl der Experten geht aktuell davon aus, dass in Deutschland keine erhebliche Gefahr der Verbreitung besteht. Man muss aber beobachten, ob sich die in Deutschland lebenden Tigermücken-Populationen stabilisieren und in der Lage sind, das Virus zur verbreiten. Einige Länder wie Belgien und die Niederlande haben aufkommende Tigermücken-Populationen erfolgreich bekämpft.

    Die Tigermücke ist in Deutschland eigentlich nicht heimisch und wurde vermutlich durch den Reiseverkehr eingeschleppt. Das zunehmend wärmere Klima begünstigt die Verbreitung.

    Das Zika Virus

    Das Zika-Virus war 1947 in einem gleichnamigen Wald in Uganda entdeckt worden. Stechmücken sollen den Erreger übertragen. Auch die bis in gemäßigte Breiten vorkommenden Asiatischen Tigermücken gelten als mögliche Überträger. Menschen stecken sich gegenseitig nur in seltenen Fällen an.

    Missbildungen bei Kindern

    Das Virus steht im Verdacht, bei einer Infektion von Schwangeren die sogenannte Mikrozephalie beim Kind auszulösen. Die Kinder kommen mit einem viel zu kleinen Kopf auf die Welt. Das führt oft zu geistigen Behinderungen.

    Keine Behandlung und kein Impfstoff

    Gegen das Zika-Virus gibt es derzeit keine ursächliche Behandlung und keinen Impfstoff. Die einzige Möglichkeit der Vorbeugung ist der Mückenschutz. In Epidemiegebieten werden Mücken zudem staatlich bekämpft.

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    mit Material der DTS Nachrichtenagentur

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    1 Kommentar
    Die Kommentare wurden von unseren Lesern erstellt und nicht durch die Redaktion geprüft.

    1. Matze S. on 27.02.16 04:01

      Jedoch muss man bedenken, dass in den Hauptverbreitungsgebieten die Aedes Aegypti den Virus erstens nicht unbedingt haben muss und zweitens diese Syptome ebenfalls bei Gelbfieber, Dengue, Malaria und Chikunguny genauso wie Influenza auftreten können. Mich hat in meiner letzten Brasilien-Reise ebenfalls die Aedes Aegypti gestochen, jedoch wurde ich nicht infiziert. Demnach sollten alle Reisenden nicht unter kompletter Angst davor leben. Allerdings rate ich Schwangeren Frauen eine Reise in die Risikogebiete äußerst ab, da dies zu Mikrozephalie beim ungeborenen Kind führen kann.

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