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DGB fürchtet höhere Durchfallerquote bei Abschlussprüfungen

Fliesenleger, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Fliesenleger, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt davor, dass in diesem Jahr wegen des Corona-Lockdowns deutlich mehr Lehrlinge durch ihre Abschlussprüfung fallen könnten als gewöhnlich und fordert die Bundesregierung auf, ein Förderprogramm zur Prüfungsvorbereitung aufzulegen. „Die Bundesregierung sollte schnellstens ein Förderprogramm für die Prüfungsvorbereitungen von Auszubildenden auflegen: für zusätzliche Lerntage und für eine kostenfreie Zusatzvorbereitung vor den Abschlussprüfungen“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Laut Berufsbildungsbericht 2020 legen Jahr für Jahr mehr als 400.000 Auszubildende ihre Abschlussprüfung ab.

Es reiche nicht, beim Thema Abschlussprüfungen ausschließlich auf die Schulen zu schauen, so der DGB. „Es ist wichtig, dass Bund und Länder nicht nur den Ausbildungsbetrieben unter die Arme greifen, sie müssen sich auch um die Auszubildenden kümmern“, sagte Hannack. Sie bräuchten einen Anspruch auf eine kostenfreie zusätzliche Prüfungsvorbereitung, die von den Kammern, aber auch mit Hilfe der Gewerkschaften und der Berufsschulen angeboten werden könnte. „Zudem sollten sie vor ihrer Prüfung für zusätzliche Lerntage von ihren Betrieben freigestellt werden“, sagte die Gewerkschafterin. „Es ist auch im Interesse der Unternehmen, wenn ihre Auszubildenden die Prüfungen gut bestehen.“ Seit März 2020 seien die Berufsschulen immer wieder geschlossen, Betriebe befänden sich im Lockdown, oder Jugendliche würden im Homeoffice und nicht im Unternehmen ausgebildet. „Viele Auszubildende die in diesem Sommer ihre Abschlussprüfung machen, haben gut die Hälfte ihrer Ausbildungszeit in einem Ausnahmezustand gelernt.“ Im Schnitt bestünden jedes Jahr mehr als 90 Prozent ihre Abschlussprüfungen, so die stellvertretende DGB-Vorsitzende. „Wir müssen aufpassen, dass es in diesem Corona-Jahr nicht zu deutlichen Einbrüchen kommt, weil die Qualität der Ausbildung im Lockdown gelitten hat“, warnte sie.

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