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IG Bau erwartet noch größeren Mangel an Sozialwohnungen

Hochhaussiedlung Gropiusstadt in Berlin-Neukölln, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Hochhaussiedlung Gropiusstadt in Berlin-Neukölln, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt vor einem drastischen Mangel an Sozialwohnungen infolge der Corona-Pandemie. „Durch Kurzarbeit, Entlassungen, das Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse und den Wegfall von Mini-Jobs wird in Deutschland die Zahl einkommensschwacher Haushalte deutlich steigen und damit auch die Nachfrage nach Sozialwohnungen“, sagte der Vorsitzende der IG Bau, Robert Feiger, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben). Gleichzeitig werde der Bestand von Sozialwohnungen bundesweit bis zum Jahresende erstmals auf unter 1,1 Millionen sinken.

Im Schnitt gingen allein in den letzten fünf Jahren mehr als 43.000 Sozialwohnungen pro Jahr verloren. „Rein rechnerisch verschwinden damit pro Stunde 5 Sozialwohnungen vom Markt – alle 12 Minuten eine“, kritisierte Feiger. „Dass Bund, Länder und Kommunen in der Vergangenheit beim sozialen Wohnungsbau deutlich zu wenig getan haben, rächt sich jetzt in der Coronakrise bitter“, kritisiert Feiger. Bund, Länder und Kommunen müssten hier massiv gegensteuern. Feiger fordert, die soziale Wohnungsförderung auf mindestens 6 Milliarden Euro pro Jahr aufzustocken, um in den kommenden zehn Jahren den Sozialwohnungsbestand auf mindestens 2 Millionen Wohnungen zu erhöhen. Zusätzlich sollten weitere 3 Milliarden jährlich für die Förderung des bezahlbaren Wohnungsbaus bereitgestellt werden. „Es wird Zigtausende ‚Corona-Wohnverlierer‘ geben, weil ihr Budget für Wohnkosten schrumpft.“ Die Bundesregierung wird laut Feiger aber auch ihr selbst gestecktes Ziel zur Schaffung von 1,5 Millionen neuen Wohnungen bis zum Ende der Legislaturperiode nicht erreichen. „Bis 2021 werden maximal 1,2 Millionen Wohnungen fertiggestellt sein“, sagte Feiger. Damit sei die Wohnraumoffensive der Bundesregierung qualitativ, aber auch quantitativ gescheitert. „Es wird nach wie vor nicht nur zu wenig gebaut, sondern vor allem am Bedarf vorbei, weil Mieten und Kaufpreise für die meisten Haushalte nicht bezahlbar sind.“

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