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Kritik an Champions-League-Spielen in Budapest

Linienrichter beim Fußball mit Fahne, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Linienrichter beim Fußball mit Fahne, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der sportpolitische Sprecher der Linksfraktion, André Hahn, kritisiert, dass Spiele der Champions League mit deutscher Beteiligung häufiger in der ungarischen Hauptstadt Budapest stattfinden. „Ich halte das alles für absurd“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagsausgaben). Mit der Maßnahme sollen Reisen deutscher Teams nach England und eine anschließend notwendig werdende 14-tägige Quarantäne umgangen werden – so wie zuletzt beim Spiel FC Liverpool gegen RB Leipzig.

„Wir haben hier relativ überschaubare Inzidenzzahlen. In Leipzig liegt diese Zahl innerhalb Sachsens deutlich am niedrigsten. Spiele dann in einer Region auszutragen, in der die Werte aktuell deutlich höher liegen, finde ich abenteuerlich. Ich begreife diese Herangehensweise nicht“, so Hahn. Er fügte hinzu: „Kinder dürfen hinterm Haus nicht mehr gemeinsam Fußball spielen. Aber Profis dürfen durch die ganze Welt reisen. Das kann man niemandem mehr erklären.“ Es werde immer deutlicher, dass es im Profi-Fußball zunehmend weniger um die Fans und zunehmend mehr „um die Fernsehrechte und den schnöden Mammon“ gehe, so Hahn. „Das entfremdet die Fans immer mehr von ihren Vereinen und hat ein zunehmend zerrüttetes Verhältnis zur Folge.“ Der Linken-Politiker sagte: „Man hätte Champions League und Europa League auch mal für ein Jahr einfach aussetzen können; das wäre kein Problem gewesen.“ Der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eberhard Gienger, sagte dem RND: „Die Durchführung von Fußball-Europapokal-Spielen wie auch anderer Sportveranstaltungen muss vom aktuellen Infektionsgeschehen und der Ausbreitung der neuen Virusmutation abhängig gemacht werden.“ Dabei komme der Einhaltung der entwickelten Hygienekonzepte, dem zielgerichteten Einsatz von Schnelltests und der Kontaktnachverfolgung eine zentrale Bedeutung zu, so Gienger. „Sollte sich die Lage insgesamt dramatisch verschärfen, muss die Durchführbarkeit der Wettbewerbe auf den Prüfstand gestellt werden.“ Auch das Spiel Manchester City gegen Borussia Mönchengladbach, welches eigentlich in Manchester hätte stattfinden sollen, wurde nach Budapest verlegt. Dabei betrug die 14-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und 14 Tage, in Budapest zuletzt 829, in Mönchengladbach betrug sie 39,8. Allerdings dominiert in Ungarn nicht die als gefährlicher geltende britische Mutante.

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