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Finanztransaktionssteuer: Merkel treibt Pläne gegen FDP voran

Angela Merkel

Angela Merkel (Archivbild: 360b | Shutterstock)

In diesem Artikel: Die Süddeutsche Zeitung berichtet über ein gemeinsames Papier der deutschen und französischen Regierung, das die Einführung einer Finanztransaktionssteuer vorsieht. Bei einem anhaltenden Widerstand Großbritanniens wolle man die Abgabe notfalls nur in der Eurozone einführen. Das Papier enthält weitere Pläne zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung.

Lesezeit: 3 Minuten

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treibt offenbar die Einführung einer Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte ungeachtet aller Meinungsverschiedenheiten mit der FDP voran. Das geht aus dem gemeinsamen Papier der deutschen und der französischen Regierung zur Vorbereitung des EU-Gipfels Ende Januar hervor, das der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt. Darin versichern beide Regierungen ausdrücklich, dass sie den Vorschlag der EU-Kommission unterstützen, eine sogenannte Finanztransaktionssteuer in Europa einzuführen.

Das Brüsseler Konzept ist so angelegt, dass es bei anhaltendem Widerstand etwa aus Großbritannien auch nur in den Ländern der Währungsunion realisiert werden könnte. Merkel hält das im Notfall für denkbar. Dagegen lehnt die FDP eine isolierte Einführung in der Euro-Zone ab.

Wachstumsprogramm für Europa

Über die Finanztransaktionssteuer hinaus schlagen Deutschland und Frankreich in ihrem Papier weitere weitreichende Maßnahmen vor, um europaweit Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der insgesamt sechs Punkte umfassende Vorschlag soll nun EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy übermittelt werden. Dieser bereitet derzeit den nächsten EU-Gipfel vor, der am 30. Januar in Brüssel stattfinden soll. Um die extrem hohe Arbeitslosigkeit in vielen europäischen Ländern zu bekämpfen, sollen Arbeitsämter verpflichtet werden, jedem Job-Suchenden innerhalb einer bestimmten Frist ein Angebot für eine Stelle, eine Lehre oder Weiterbildung vorzulegen. In Grenzgebieten sollen versuchsweise gemeinsame Arbeitsagenturen eingerichtet werden, um jenseits nationaler Grenzen Jobs zu vermitteln.

Arbeitsplatzkosten sollen sinken

Die Kosten für Arbeitsplätze sollen sinken; klein- und mittelständische Unternehmen sollen einfacher Kredite bekommen und ihre Buchhaltung vereinfachen können. Einige Vorschriften für Banken zur Besicherung von Finanzgeschäften sollen gelockert werden, damit die Institute wieder mehr Kredite an Unternehmen vergeben. Paris und Berlin dringen zudem auf Reformen in den öffentlichen Verwaltungen. Besondere Unterstützung soll es für solche Länder geben, die bereits strenge Spar- und Reformprogramme aufgelegt haben. Um zu verhindern, dass das strikte Sparen die heimischen Unternehmen ruiniert, soll ein spezieller „Fonds für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit“ eingerichtet und mit nicht abgerufenem Geld aus anderen Fonds gefüllt werden. Das Geld soll 2012 für zusätzliche Projekte genutzt werden. [dts Nachrichtenagentur]

Das schreiben Andere zur Finanztransaktionssteuer


Redaktion


Die Entschiedenheit, mit der das deutsch-französische Führungsduo die Sanierung Europas vorantreibt, beeindruckt mich. Allerdings halte ich es für klug, wenn man jetzt weitere Partner ins Boot holt. Italiens Monti wäre jemand, der dafür in Frage käme.

Die Finanztransaktionssteuer ist sinnvoll, um das aggressive Wachstum der Spekulationswirtschaft einzubremsen. Klar ist aber auch, dass das Spekulationskapital ein Schlupfloch finden wird.

Wichtiger fände ich es, nachhaltige Engagements an den Kapitalmärkten (etwa zur privaten Altersvorsorge) durch Steuererleichterungen zu fördern. Das würde mittelfristig dafür sorgen, dass börsennotierte Gesellschaften wieder langfristiger denken und sich vom Quartalsdenken verabschieden.

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