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Radikaler Vorschlag
Oskar Lafontaine fordert Ende des Euro

Ex-Linkenchef Lafontaine sieht den Euro als gescheitert und fordert ein Ende der europäischen Gemeinschaftswährung.

Oskar Lafontaine

Oskar Lafontaine (Foto: 360b / Shutterstock)

Oskar Lafontaine – der ehemalige Chef der Linkspartei – wagt sich mit einem radikalen Vorschlag nach vorn. Lafontaine fordert im Interview mit dem Spiegel ein Ende des Euro als europäische Gemeinschaftswährung und spricht sich damit auch klar gegen ein Verbleiben des krisengeschüttelten Griechenlands in der Eurozone aus.

Der Euro ist Rückschritt in der europäischen Integration

Mit den Worten „Der Euro ist ein Rückschritt im historischen Projekt der europäischen Integration. Der Euro ist schon gescheitert, wir dürfen uns da keinen Illusionen hingeben“ wird der linke Politiker zitiert. Lafontaine plädiert für eine Rückkehr zum System, der Währungsschlage, in dem die europäischen Einzelwährungen innerhalb einer gewissen Bandbreite schwanken können.

Abwertung als Chance für Griechenland

„Wichtig ist, dass Griechenland wieder die Möglichkeit erhält abzuwerten, um mit seinen Produkten wettbewerbsfähig zu werden. Es ist überdeutlich, dass Griechenland unter den gegenwärtigen Bedingungen einer starren Währung keinen wirtschaftlichen Erfolg haben kann.“ führt Lafontaine weiter aus.

Gegenpostion zur Linkspartei

Dem Ex-Linken-Chef ist allerdings bewusst, dass er sich mit seinem Vorstoß jenseits der Linie seiner eigenen Partie bewegt, die am Euro als europäische Gemeinschaftswährung – trotz aller Kritik an der aktuellen Rettungspolitik der Bundesregierung – festhält. Mit den Worten „Es ist für mich keine neue Erfahrung, dass ich in Fragen der Währungspolitik auf Widerspruch stoße“ beschreibt Lafontaine seine Einsicht.

Griechische Drachme

Die Drachme als Allheilmittel? (Foto: Lasse Ansaharju | Shutterstock)


Redaktion


Meine Meinung zum Euro / Grexit

Ein isolierter Grexit ist für mich kaum vorstellbar. Ich denke, die Eurozone und die Europäische Union stehen an einem Scheideweg. Europa muss sich entscheiden, ob es – etwa nach dem Modell der Vereinigten Staaten – enger zusammenwachsen will oder das gemeinsame Projekt Europa angesichts der Schwierigkeiten aufgeben will. Im Moment rächen sich die Konstruktionsfehler der Währungsunion. Man kann sie entweder reparieren und vorangehen oder aufgeben und einen Scherbenhaufen hinterlassen. Ich präferiere klar die weitere europäische Integration.

Ich glaube auch nicht daran, dass die Wiedereinführung der Drachme und die sich anschließende Abwertung Griechenland wirklich helfen würde. Von Währungsabwertungen profitieren am ehesten exportstarke Wirtschaften. Griechenland ist aber in hohem Maße von Importen abhängig, die sich bei einer Abwertung der eigenen Währung massiv verteuern würden.

Was meinst Du? Was hältst Du von Lafontaines Vorschlag? Würde die Wiedereinführung lokaler Währungen Europa wirtschaftlich stabilisieren und die europäische Gemeinschaft stärken? Oder wäre sie das Ende eines gemeinsamen Europas? Denkst Du, dass Griechenland aus dem Euro ausscheiden wird oder geht das „griechische Drama“ nur in die nächste Runde? Oder wollte sich Lafontaine nur mit einem möglichst radikalen Vorschlag wichtig machen? Schreib mir Deine Meinung – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Das funktioniert auch ganz ohne lästige Anmeldung.

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Kommentare:
  • Sebastian

    Was die Versäumnisse der europäischen Politik und das Vorgehen bei TTIP angeht, bin ich bei Dir. Auch was das Handeln von Regierungen gegen den Wählerwillen angeht.

    Als Pirat bin ich gegen TTIP und für mehr direkte Demokratie. Die kann und darf aber nicht so aussehen, dass wir abstimmen, ob „wir den Griechen mehr Geld geben“ oder die abstimmen, „ob sie sparen wollen“. Es müssen Pakete abgestimmt werden und die enthalten dann auch das eine oder andere Übel. Ohne geht es nicht.

    Das schafft mehr Verbindlichkeit. Im Moment haben die Wahlprogramme ja wenig mit der Realpolitik zu tun. Wir wählen also etwas und bekommen oft das Gegenteil.

    Der Trend zu nationalistischen Parteien und Regierungen wird sich weiter verstärken.

    Glaube ich nicht. Die Fakten sprechen auch eine andere Sprache.

    Die Regierung handelt nicht mehr im Interesse der BürgerInnen.

    Sie handelt vielleicht gegen ihren Willen, aber imho schon in ihrem Interesse. Wenn man in solch komplexen Dingen den Bürgerwillen erheben will, muss man die Bürger zunächst informieren. Und das ist bislang nicht passiert.

    Das goutieren weder deutsche WählerInnen noch die in den anderen europäischen Ländern.

    Na, warten wir mal die nächsten Umfragen ab. Ich denke, Merkels CDU und sie persönlich werden eher profitieren.

    Wo wird unter diesen Vorausetzungen die von dir offenbar so geschätzte Währungsunion bleiben?

    Für den Erhalt der Eurozone gibt es große Mehrheiten in allen Staaten der Eurozone.

  • wolf will

    LAFONTAINE gilt als versierter Politiker als einer der wenigen, die noch Durchblick haben. Auch hier dürfte er richtig liegen. Die Vielzahl der politischen „Luschen“ von heute können ihm das Wasser nicht reichen und „taumeln“ mehrheitlich nur so umher.
    Bring Dich öfter ein, OSKAR ! Es gibt kaum noch solche wie Dich !
    Die politischen „Schnösel“ und „Schwätzer“ gehen den noch denken könnenden
    Deutschen ohnehin auf den sogenannten „Senkel“.
    Was ist aus unserer WESTdeutschen Politik geworden ?
    Mit der OSTdeutschen „Krone“ an der Spitze !

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