Börsencrash?
Star-Analyst: DAX fällt auf unter 3.000 Punkte

Droht den Aktienmärkten ein rasanter Absturz und der Weltwirtschaft eine jahrelange Rezession?

Stehen die Aktienmärkte vor dem Crash?

Stehen die Aktienmärkte vor dem Crash? (Foto: Soze Soze | Shutterstock)

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der bekannte Analyst Albert Edwards von der Société Générale erwartet einen Kollaps der Aktienmärkte: An der Wall Street und anderen Märkten erwartet er einen Einbruch um drei Viertel. So sieht er auch die Zukunft des deutschen Marktes: „Mein DAX-Ziel: unter 3.000 Punkten“, sagte Edwards dem „Handelsblatt“. „Das kann ich mir sehr leicht vorstellen.“

Momentan liegt die Messlatte knapp unter der Marke von 10.000 Zählern. Edwards ist extrem pessimistisch, weil er eine Rezession in einer überschuldeten Welt erwartet. Das werde die Börsen abwärts ziehen. Aktien seien zu hoch bewertet und damit anfällig.

Bekannter Pessimist

Edwards ist schon lange bekannt als Ultra-Pessimist. Aber jetzt sieht er die Rezession nahe: „Die kommt vielleicht sehr schnell, denn die Gewinne und Margen verschlechtern sich schon.“ Der Brite beruft sich auf eine Untersuchung der Börsenentwicklung an der Wall Street in den letzten 100 Jahren. Es habe drei lange Abwärtsbewegungen gegeben, jede mit mehreren Rezessionen und sinkenden Aktienbewertungen. Nach diesem Muster kommt er zu dem Schluss: „Ich sehe dann den S&P 500 bis auf 550 Punkte fallen.“ Derzeit steht der US-Aktienindex bei über 2.000 Zählern.

US-Leitzins auf Minus 5 Prozent

Der Analyst rechnet im Zuge der Rezession mit weiteren Zinssenkungen. „Der US-Leitzins kann vielleicht auf minus fünf Prozent gedrückt werden. Das wäre dann auch so ähnlich in der Eurozone und in Japan“, sagte er. Die zehnjährigen US-Staatsanleihen könnten von jetzt knapp zwei Prozent Rendite auf minus ein Prozent sinken. Auch deutsche Zehnjährige würden deutlich ins Minus rutschen. Anleihen seien deshalb die bessere Alternative im Vergleich zu Aktien. Edwards zu seinen privaten Anlagen: „Das meiste halte ich in Cash, ein wenig Anleihen. Dazu kommt Gold.“ Er glaubt an einen deutlich steigenden Goldpreis.

Kommentar

Der entscheidende Unterschied zwischen Daueroptimisten und Dauerpessimisten an der Börse ist ihre Erfolgsquote. Aufgrund der Tatsache, dass die Aktienmärkte langfristig aufwärts tendieren und von vergleichsweise seltenen und kurzen Phasen des Einbruchs geprägt sind, macht Crashpropheten zu notorischen Verlierern.

Kein Crash in Sicht

Auch in dem von Edwards skizzierten Szenario sehe ich keine dramatischen Kursstürze. Ein weiterer Zinsverfall würde vor allem Bargeldbestände und Sichtguthaben entwerten, die Sparquote senken, den Konsum fördern und Sachwerte stärken.

Aktien als einzige Anlage mit positiver Rendite

Aktien wären in einer solchen Situation für viele Anleger die einzige Möglichkeit, auf ihr Vermögen eine positive Rendite zu erwirtschaften. Das wäre eher die perfekte Grundlage für eine neue Aktienblase, die dann ein paar Jahre später tatsächlich platzen könnte.

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