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Ex-Leiter des Hauptstadtstudios

Regierungsnähe des ZDF: Herles bestätigt Weisungen

Logo des ZDF

Logo des ZDF (Foto: 360b / Shutterstock)

Nachdem vor knapp zwei Wochen schon eine freie Mitarbeiterin des WDR von Weisungen zur regierungstreuen Berichterstattung gesprochen hat, packt jetzt ein Schwergewicht aus.

Lesezeit: 3 Minuten

Update: Wolfgang Herles hat seine Äußerungen bei Tichys Einblick noch einmal konkretisiert und ihnen nicht – wie in einigen Medien behauptet – widersprochen.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Journalist und Publizist Wolfgang Herles, der jahrelang für das ZDF in leitenden Positionen tätig war, hat konstatiert, dass es im Sender „Anweisungen von oben“ gebe. „Auch im ZDF sagt der Chefredakteur, `Freunde, wir müssen so berichten, dass es Europa und dem Gemeinwohl dient`. Und da muss er in Klammer gar nicht mehr dazu sagen, `wie es der Frau Merkel gefällt`“, so Herles am Freitag im „Deutschlandfunk“.

Es gab schon früher Anweisungen zur Richtung der Berichterstattung

Solche Anweisungen habe es auch früher schon gegeben. „Es gab eine schriftliche Anweisung, dass das ZDF der Herstellung der Einheit Deutschlands zu dienen habe. Wir durften damals nichts Negatives über die neuen Bundesländer sagen – heute darf man nichts Negatives über die Flüchtlinge sagen – das ist Regierungsjournalismus“.

Berichtet werden die Themen der Regierung

Im Gespräch spricht Herles auch das Agenda-Setting an: „Wir haben ja das Problem, dass – jetzt spreche ich wieder überwiegend vom Öffentlich-Rechtlichen – wir eine Regierungsnähe haben. Nicht nur dadurch, dass überwiegend so kommentiert wird, wie es der Großen Koalition entspricht, dem Meinungsspektrum. Sondern auch dadurch, dass wir vollkommen der Agenda auf den Leim gehen, die die Politik vorgibt.“

Die berichteten Themen würden – so Herles – von der Regierung vorgegeben, obwohl es viele Themen gäbe, die wichtiger wären – vor allem Themen jenseits der Symbolpolitik.

Wolfgang Herles war in den 1980er Jahren stellvertretender Hauptredaktionsleiter Innenpolitik beim ZDF und Leiter des Bonner Hauptstadtstudios. In den letzten Jahren leitete er die Redaktion der Sendung „Aspekte“.

Kommentar

Mich schockiert das! Ich liebe Journalismus und setze mich seit Jahren aktiv für die Pressefreiheit ein. Als vor knapp zwei Wochen eine freie Mitarbeiterin des WDR im niederländischen Radio ähnliche Vorwürfe erhob und dann eiligst zurückruderte, konnte man das noch als „Merkwürdigkeit“ abtun. Aber Herles war beim ZDF über 30 Jahre in Spitzenpositionen.

Da fällt es mir wirklich schwer, die Kollegen in Schutz zu nehmen. Sollten sich die Vorwürfe weiter erhärten, sehe ich die Gebührenpflicht in Frage gestellt. Es gibt in Deutschland keine Rechtsgrundlage für die Zwangsfinanzierung von Regierungssendern.

Werdegang Wolfgang Herles

1975 – 1980 Bayrischer Rundfunk
1980 – 1984 Report München, Tagesschau, Tagesthemen
1984 – 1987 stellvertretender Redaktionsleiter Innenpolitik
1987 – 1991 Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios
1991 – 1996 ZDF-Talkshow „live“
2000 – 2015 Redaktionsleiter der ZDF-Sendung „Aspekte“

Kommentare:
  • DEUTSCH

    Also stimmt es doch das wir eine naja Lügenpresse sowie ein Staatsfernsehen haben.Wer und wann unternimmt man etwas dagegen denn es ist unerträglich für so etwas auch noch Zwangsabgaben entrichten zu müssen.

  • Lord Knut

    Das Schlimme ist ja nicht nur, daß man keine Zeitung mehr lesen, sondern, daß man auch keinen werbefreien Fernsehsender mehr einschalten kann, ohne, daß bei jeder sich bietenden Gelegenheit die einzige kritische Partei als faschistisch verunglimpft wird. Kabarettisten sind auch „auf diesen Zug aufgesprungen“, so daß auch dieses Medium für mich tabu ist. Im Gegensatz zur DDR, kann man Botschaften nicht einmal „zwischen den Zeilen“ erkennen. Alles in Allem ist das ein bedauernswerter Zustand in einem Land, welches das eigene Grundgesetz „mit Füßen tritt“! Und das noch dazu in einem Juiläumsjahr!!!!

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