Technik
Der schnellste Computer der Welt

Lahme Schnecke – der PC zuhause

Ihr dachtet, eure brandneue 3,2-GHz-Kiste wäre schnell? Dann vergesst das gleich mal wieder, denn im Vergleich zu Supercomputern wie IBMs Blue Gene/L oder den NEC Earth Simulator wirkt der heimische Rechenknecht eher wie eine Ameise, die einen Elefanten umrennen will. Im richtigen Größenverhältnis schnell, flexibel und sehr leistungsfähig, aber gegen einen Giganten im Tierreich hat sie eben einfach keine Chance.

Gegen Supercomputer sind High-End PCs lahme Schnecken

Beide Rechner haben zur Zeit die Nase vorne in der weltweiten Rangliste der Supercomputer. Die Leistung wird nicht in Megahertz oder ähnlichen Werten angegeben, die ihr vielleicht aus Verkaufsprospekten kennt, sondern in FLOPS. Mit 36,01 TeraFLOPS liegt Blue Gene/L knapp an der Spitze vor dem Earth Simulator, der bis vor kurzem mit 35,86 TeraFLOPS die Führung für sich verbuchen konnte.

Supercomputer: Was sind denn FLOPS?

Je mehr Flops, desto schneller

Was sind denn FLOPS?

Das Kürzel FLOPS steht für FLoating Point Operations Per Second (auf Deutsch: Fließkommazahlen-Berechnungen pro Sekunde) und gilt als Maßeinheit für die Geschwindigkeit von wissenschaftlich genutzten Computern. Klar wird also auch hier mit Potenzzahlen jongliert:

1 MegaFLOPS (MFLOPS) = 106 FLOPS
1 GigaFLOPS (GFLOPS) = 109 FLOPS
1 TeraFLOPS (TFLOPS) = 1012 FLOPS
1 PetaFLOPS (PFLOPS) = 1015 FLOPS

PC zuhause: 200.000.000 Flops
Supercomp: 36.000.000.000.000 Flops

Mathe-Nieten denken sich jetzt einfach die der Potenz entsprechende Anzahl an Nullen hinter die Eins. 36 TeraFLOPS entsprechen also 36 Billionen Berechnungen pro Sekunde. Zum Vergleich: Ein moderner Desktop-Rechner packt derzeit etwa 200 MegaFLOPS, wobei dieser Wert nicht zwingend mit der Prozessorgeschwindigkeit zusammenhängt.

Supercomputer: Appartment gegen Fabrikhalle

Microprozessoren – machten schnelle Computer erst möglich

Appartment gegen Fabrikhalle

Welche Dimensionen müssen solche Großrechner wohl haben? Erstaunlicherweise sind die Ausmaße komplett unterschiedlich. Während der Earth Simulator ca. 3.000 m² und 6.000 kWh Strom beansprucht, gibt sich sein Kollege Blue Gene/L mit gerade einmal 30 m² und 216 kWh zufrieden. Bei letztgenanntem Modell sorgen über 130.000 Prozessoren für die gigantische Leistung.

Und wofür das Ganze?

Dass mit solchen Computern nicht gerade die neuesten Games getestet werden, dürfte wohl jedem einleuchten. Hier hätte der Heimrechner auf Grund der leistungsfähigen Grafikkarten auch einen klaren Vorteil. Vielmehr werden solche Rechner genutzt, um sehr komplexe Berechnungen in Verbindung mit Forschungsarbeiten zu meistern.

Benchmark: Wie schnell ist Euer Rechner?

Wie schnell ist Eurer?

Blue Gene/L soll Anfang 2005 an das Lawrence Livermore National Laboratory übergeben werden. Die Einrichtung wurde 1952 errichtet, um im Rahmen des US-Verteidigungs-programmes an der Planung und Entwicklung von Kernwaffen mitzuwirken. Nebenbei befasst sich das Zentrum mittlerweile mit der Entwicklung neuer Technologien zur Nutzung von Energiequellen, Biomedizin sowie mit Forschungsarbeiten zur Verhinderung der Weiterverbreitung von Kernwaffen. Wie Bue Gene/L dort genau genutzt wird, ist leider nicht bekannt. (Quelle: Zoon.com)

Sebastian Fiebiger

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