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    Home»Nachrichten»Ärztepräsident warnt vor Arzneimittelknappheit

    Ärztepräsident warnt vor Arzneimittelknappheit - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion26.08.20↻ 16.11.21
    Tabletten, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Tabletten, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Ärztepräsident Klaus Reinhardt hält die medizinische Versorgung in Deutschland für problematisch. "Die Lieferengpässe bei Impfstoffen beunruhigen mich sehr", sagte der Präsident der Bundesärztekammer dem Fachdienst "Tagesspiegel Background Gesundheit & E-Health". Durch die Pandemie mit ihren Handelsbeschränkungen habe dieses Problem extrem zugenommen.

    Aktuell melde das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte 332 Humanarzneimittel mit Lieferengpässen. Im Frühjahr habe es Situationen gegeben, in denen er Sorge hatte, dass auch besonders wichtige Substanzen knapp werden könnten. Als Beispiel nannte er Propofol, was für eine künstliche Beatmung notwendig ist, Adrenalin, was dringend in der Intensivmedizin benötigt wird, und Reserveantibiotika, die zwar selten, aber in kritischen Situationen dringend benötigt werden. "Wenn uns diese Mittel ausgehen, wäre das eine wirklich hochgefährliche Situation." Die Produktion von Antibiotika, wichtigen Schmerzmitteln und allem, was in der Notfallmedizin unabdingbar ist, "gehört wieder hierher", so Reinhardt weiter. "Es gibt meines Wissens kein einziges Antibiotikum mehr, das in Deutschland hergestellt wird." Zudem brauche die Bundesrepublik eine gewisse Reserve an Materialien und Schutzkleidung. Im Herbst erwartet Reinhardt zudem schwierige Situationen in Arztpraxen. "Ich rate zur Trennung der Sprechstundenzeiten für Atemwegserkrankte und für andere Patienten", sagte er. "Dazwischen sollte Pause gemacht und gründlich gelüftet werden." Außerdem hält er Strafen bei Verstößen gegen Corona-Schutzmaßnahmen für notwendig. "Ich habe mich lange dafür ausgesprochen, hier an die Vernunft der Menschen zu appellieren", so Reinhardt. "Mittlerweile finde ich, dass wir da schärfer vorgehen und auch sanktionieren müssen."

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