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    Home»Nachrichten»Daimler alarmiert: Kräfte vom rechten Rand drängen in Betriebsräte

    Daimler alarmiert: Kräfte vom rechten Rand drängen in Betriebsräte - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion22.02.18↻ 06.07.23

    Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Der Autohersteller Daimler befürchtet einen Rufschaden, weil rechte Gruppen in den Betriebsrat im Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim drängen. Man beobachte die Entwicklung bei den anstehenden Betriebsratswahlen im März "sehr genau und mit Sorge", sagte ein Konzernsprecher den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgabe). Die Ausrichtung solcher Gruppen widerspreche Werten wie Respekt, Offenheit, Vielfalt, Toleranz und Internationalität.

    Die geschäftsführende Arbeitsministerin Katarina Barley (SPD) zeigte sich ebenfalls alarmiert. "Dass offenbar rechte und rechtsextreme Personen in den Betriebsräten an Einfluss gewinnen, ist besorgniserregend", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Eine hohe Wahlbeteiligung ist das beste Mittel, um rechtes Gedankengut erst gar nicht in die Betriebsräte kommen zu lassen."

    Es gehe in den Betrieben auch darum, demokratische Werte zu verteidigen. DGB-Chef Reiner Hoffmann äußerte sich weniger besorgt. "Wir haben 28.000 Betriebe, in denen Betriebsräte gewählt werden. Wenn sich in 100 Betrieben AfD-Leute durchsetzen, dann ist das verschwindend gering", sagte der DGB-Chef den Funke-Zeitungen. Der DGB schaue sich die Entwicklung aber "sorgfältig an". Im Fokus steht die Plattform "Zentrum Automobil", die der IG Metall Konkurrenz machen will und die von Experten am rechten politischen Rand verortet wird. Der Betriebsrat des Daimler-Werks in Untertürkheim distanzierte sich am Dienstag von der Gruppierung, die dem Ruf der Belegschaft schade.

    "Das Werk Untertürkheim erscheint in den Medien mittlerweile als ein Sammelbecken für Neonazis und ein Zentrum rechtsextremer Umtriebe", heißt es in einer Erklärung. Die Plattform tritt nicht nur bei Daimler auf, sondern unter anderem auch im BMW-Werk in Leipzig - unter der Bezeichnung "Interessengemeinschaft Beruf und Familie".

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