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    Home»Nachrichten»Gutachten: Mietwohnungs-Umwandlungen verstärken Immobilienpreisboom

    Gutachten: Mietwohnungs-Umwandlungen verstärken Immobilienpreisboom » Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion30.12.20↻ 15.11.21
    Wohnungen, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Wohnungen, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen verstärkt den Immobilienpreisanstieg und führt häufig zur Verdrängung alteingesessener Mieter. Das geht aus einem Gutachten im Auftrag der Grünen hervor, über das die "Welt" (Mittwochausgabe) berichtet. "Ein wachsender Anteil der Akteure im Umwandlungsgeschehen verfolgt nicht das Ziel langfristig Bestandshalter und Wohnungsverwalter zu sein, sondern plant von Anfang an einen renditemaximierenden Ausstieg", heißt es darin.

    Autoren des Gutachtens sind die Wohnungsmarktexperten Rainer Tietzsch, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Berliner Mietervereins sowie Armin Hentschel, Leiter des Instituts für Soziale Stadtentwicklung (IFSS). Genauer untersucht wurden die Städte Stuttgart, München, Köln, Mannheim, Magdeburg, Leipzig, Dortmund und Berlin. Bestandsmieter haben in der Regel ein Vorkaufsrecht für ihre Wohnung nach einer Umwandlung. Doch Mieter hätten laut Gutachten nur selten eine Chance, den geforderten Kaufpreis zu zahlen: "In den etwa 18.000 seit 2015 in den Berliner Milieuschutzgebieten umgewandelten Wohnungen haben bisher nur 54 Mieter*innen von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht", so das Gutachten. Die Umwandlung von Mietwohnungen steigere zudem nicht den Anteil selbstgenutzten Wohneigentums am Gesamtmarkt. Vielmehr würden die meisten Käufer ihre Wohnung erneut vermieten. Das treffe in Stuttgart auf 51 Prozent der umgewandelten Wohnungen zu, in Leipzig sogar auf 81 Prozent. "Umwandlungen müssen stärker reguliert werden, weil sie Menschen aus ihrem Zuhause verdrängen", sagte Chris Kühn, Grünen-Fraktionssprecher für Bau- und Wohnungspolitik, der "Welt". Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen ist ein zentraler Konfliktpunkt in der Großen Koalition bei der Reform des Baugesetzbuches (BauGB). Darin ist ein neuer Paragraph vorgesehen, der die Umwandlung in angespannten Wohnungsmärkten unter einen Genehmigungsvorbehalt der Städte und Gemeinden stellt. Insbesondere die CDU-Fraktion im Bundestag stellt sich dagegen. "Dass anscheinend vor allem die CDU den Konflikt um den neuen Genehmigungsvorbehalt vorantreibt, zeigt, dass ihr das Geschäftsmodell weniger Markthaie wichtiger ist als der Erhalt bezahlbarer Wohnungen für viele Mieterinnen und Mieter", sagte Daniela Wagner, Grünen-Fraktionssprecherin für Stadtentwicklung, der "Welt". Laut Deutschem Mieterbund gibt es jedes Jahr bundesweit schätzungsweise 14.000 Fälle von Umwandlung.

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