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    Home»Nachrichten»Linken-Vordenker Brie wirft seiner Partei "Autismus" vor

    Linken-Vordenker Brie wirft seiner Partei "Autismus" vor » Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion26.04.11

    Berlin - Der Linken-Vordenker André Brie hat seiner Partei "Autismus" vorgeworfen. Die Linke drohe ihren Platz bei der Lösung dringender sozialer Probleme zu verspielen, wenn sie sich weiter ideologische Grabenkämpfe liefere, sagte Brie in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" (Dienstagsausgabe). Mit "Träumen von massenhafter Verstaatlichung" oder einem Umsturz durch soziale Unruhen komme die Partei nicht weiter.

    "Die Probleme im Land sind ungeheuer groß, die Menschen wollen aber beteiligt sein und Hoffnung haben und nicht nur im Jammern unterstützt werden", so der 61-Jährige, der aktuell den Wahlkampf der Linken in Mecklenburg-Vorpommern managt. Die Kernthemen der Linken erodierten gerade in der öffentlichen Wahrnehmung, die Parteiführung habe es aber bislang verpasst, darauf angemessen zu reagieren, sagte er. Brie übte zugleich scharfe Kritik an Linksfraktionschef Gregor Gysi und dessen Ankündigung, im Notfall könne sich Oskar Lafontaine eine Rückkehr an die Parteispitze vorstellen. Gysi habe damit "völlig unnötige Unruhe geschaffen und die jetzige Parteiführung weiter geschwächt", sagte Brie weiter.

    Für Gysi sei die Linke "vor allem das Tandem Lafontaine/Gysi", er habe offenbar Probleme "sich von dieser Vorstellung zu verabschieden". In der Vergangenheit sei die Konzentration auf zwei starke Führungsfiguren zwar richtig gewesen. "Aber es ist nicht die Substanz für die Neuausrichtung einer modernen sozialistischen Partei", so Brie, der über viele Jahre an maßgeblicher Stelle die Geschicke der ehemaligen PDS mitbestimmte. Mit den "alten Mitteln Protest und Kritik" werde die Linke nicht weiterkommen. Sie brauche dringend eine breitere inhaltliche Aufstellung etwa zum Thema Ökologie und die Bereitschaft, am bestehenden System "demokratisch und kulturvoll" zu rütteln. "Diese Partei muss ein zeitgemäßes, völlig von der Vergangenheit unterschiedenes sozialistisches Profil entwickeln." [dts Nachrichtenagentur]

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